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Kultur Wucht des Trios
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18:35 11.10.2018
Haben mitunter den Kopf in den Sternen: die Ancestors aus LA. Quelle: Promo
Potsdam

Ihrem Namen machen die Ancestors nun wahrlich mächtig viel Ehre. Denn Vorfahren hat selbst eine ausgebuffte Rockband wie diese zum Fünfer angewachsene Truppe aus Los Angeles – sogar recht große. Denn zu ihren musikalischen Ahnen zählen Pink Floyd. Mindestens. Denn dieses Auf- und Abschwellen der Stücke, dieses Strömen, Fließen und Gleiten bekommt die Formation besonders gut hin. Doch das Quintett belässt es nicht bei Ähnlichkeiten. Die Ancestors greifen weit aus – nach weiteren Sounds, die sie in prächtige Landschaften verwandeln. Die Suche der Südkalifornier geht auf ihrer jüngsten Scheibe „Suspended in Reflecions“ weiter: Eine Kirchenorgel mit ihren vielen Pfeifen darf großartige Akzente setzen. Der Bass schwingt hinüber zum Jazz. Streicher bilden weitere Strukturen. Um sich bald wieder aufzulösen. Ein Aufbruch, den man nicht verpassen sollte. Nach immerhin sechs Jahren Sendepause.

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Noch ein Dreier, der denkbar düster dröhnt und donnert. Noch dazu aus Berlin, das ja etliche Jünger hat, die im Stoner Rock und angrenzenden Schmutzecken wie Doom räudigen Radau veranstalten. Wie Earth Ship es tun. Konzentriert aufs Wesentliche. Worte – gefaucht und ausgespuckt. Bass wummert an der Schmerzgrenze. Becken scheppern und Felle werden malträtiert. Darüber dreht die Stromgitarre mit viel Fuzz ihre Runden. Eine perfekte Ökonomie. Earth Ship und Crowbar am Sonntag, dem 14. Oktober, um 19 Uhr im S036 in Berlin-Kreuzberg.

Earth Ship: Resonant Sun. Pelagic Records.

Fast könnte man sagen, Dead Meadows versprühen den Charme einer vergangenen Ära. Schließlich existiert das Trio seit zwei Dekaden. In diesem Abschnitt legten sie immer wieder ein paar Aufnahmen vor. Die jüngsten davon sind eine nahezu gemächliche Angelegenheit des genussvollen Umgangs mit Verzerrer-Effekten. Alle Liebe dem Wah-Wah! Das Tempo wird selten forciert. Doch das selige Grinsen will nicht weichen, wenn die Truppe in psychedelische Gefilde eintaucht oder jene des Stoner Rock. Jason Simon (Gesang und Gitarre), Steve Kille (Bass und Sitar) und Juan Londono (Schlagzeug) sind längst eine Institution der Szene. Sie rufen die guten frühen Tage auf, als wir Black Sabbath, The Cream und etliche andere auf dem Schild trugen. Dead Meadow aus Washington D.D. kann man am Sonntag, dem 14. Oktober, um 20 Uhr im Musik und Frieden in Kreuzberg erleben.

Dead Meadow: The Nothing They Need. Cargo.

Mit dabei sind an diesem Abend überdies Elder aus Washington. Das Trio von der Ostküste hat sein Album „Reflections of a Floating World“ im Gepäck. Es tummelt sich auf vielen Spielwiesen. Und lässt sich dabei Zeit, mit Space Rock abzuheben, in die Verliese des Doom hinabzusteigen oder mit Wüsten-Rock in der Sonne zu verglühen.

Da legst die nieder: Halestorm. Quelle: Jimmy Fontaine

Halestorm – die Grammy-Gewinner von 2013 in der Sparte „Beste Hard Rock/Metal Performance“ – ticken da allerdings etwas anders. Der Vierer um die Geschwister Elisabeth, genannt „Lzzy“ und Arejay Hale hat im Sommer dieses Jahres sein viertes Album „Vicious“ in die Umlaufbahn geschossen. „Bösartig“ wollen sie sein, folgt man dem Namen, den sie der Platte gaben. Ja, Sängerin „Lzzy“ kreischt, giftet und wütet. Bruderherz legt sich wie gehabt am Schlag ins Zeug. Knackigen harten, in den Lauschlappen sich einnistenden Rock gibt es – daneben mal einen Schlenker zum Blues oder zur Akustik-Ballade ganz am Ende. Die Frontfrau und Begleiter aus Red Lion in Pennsylvania geben sich heavy, doch breitentauglich.

Die Konzerte: Ancestors und Elder spielen am Dienstag, dem 16. Oktober, um 20 Uhr im SO36 in Berlin-Kreuzberg. Halestorm sind am Freitag, dem 12. Oktober, um 20 Uhr im Kesselhaus in Berlin-Prenzlauer Berg zu Gast.

Von Ralf Thürsam

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