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Romantikerin aus der Hauptstadt

MAZ-Konzerttipp Romantikerin aus der Hauptstadt

Gott ja, das zweite Album soll immer eine mächtige Hürde sein. Sagt man. Doch von Verstiegenheit oder Nöten ist bei Jenny Weisgerber nichts, aber auch gar nicht zu spüren. Die sanfte Berlinerin kennt die Welt. Am Sonntag stellt die Songwriterin ihr neues Album „Ashes To Stardust“ vor.

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Sanft, doch bestimmt: Jenny Weisgerber.

Quelle: Arthur Brell

Potsdam. Oha, diese Dame phrasiert ja wie von Joni Mitchells Gnaden. Wie die Grande Dame der Songwriterinnen nutzt Jenny Weisgerber offene Gitarren-Stimmungen. Womit sie sich das Stimmliche wie das Handwerkliche, das von Folk, Kammer-Pop zu sacht jazzigen Anflügen reicht, nicht nur mit der viel gerühmten Joni teilt. Denn die gebürtige Texanerin Sara K. könnte als Schwester im Geiste fein ausgedachter Song-Juwelen genauso gut herangezogen werden (und sicherlich noch einige Inspiratorinnen mehr).

Wie auch immer: Jenny Weisgerber hat ohrenkundig ein klar gezeichnetes, wenngleich bestechend fragiles Klangbild in ihrem Kopf. Die Berlinerin – groß geworden zwischen Klassik und Kohleofen - schlägt auf ihrem Album „Ashes To Stardust“, wofür am Sonntag eine Veröffentlichungsparty anberaumt ist, so manchen zartbesaiteten, dabei nachdenklichen Ton an. Ansonsten wird der Gemütslage wegen gespart. Lediglich das Piano sorgt immer mal für Stärkung. Mitunter vervielfacht sich ihre Stimme zum geisterhaften Chor. Gerahmt von rauschenden Keyboards und leicht pluckernder Perkussion. Dann meldet sich eine einsame Trompete. Von der Bürde, die angeblich immer auf dem zweiten Werk liegt, ist nichts zu spüren. Es ist schlicht bezwingend.

Jenny Weisgerber, die vor Jahren den Wettbewerb Akustik-Emergenza in Deutschland und Österreich für sich entschied, bereiste die Welt. Lernte binnen fünf Jahren viele Winkel kennen. Und große Städte wie London oder Los Angeles. Eindrücke und Beobachtungen, die Eingang in ihre reflektierten Texte fanden. Die so gar nicht hoffnungslose Romantikerin aus der Hauptstadt.

Konzert: Sonntag, 5. Juni, 20 Uhr, Leydicke in Berlin-Schöneberg.

Von Ralf Thürsam

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