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08:28 12.09.2018
Roots Music wie sie schöner nicht ausfallen könnte – von den Wood Brothers aus Bolder im US-Bundesstaat Colorado. Quelle: Alysse Gafkjen
Potsdam

Allerweltsnamen tragen diese Amerikaner: Oliver, Chris und Jano heißen sie. Die Musik jedoch, die diese drei unter dem Namen The Woods Brothers fabrizieren, die ist zwar ganz von dieser Welt – auf die Genres bezogen, stammt sie sogar aus vielen verschiedenen Welten –, aber eben sehr, sehr besonders: Denn auf dem jüngsten Album „One Drop Of Truth“ gehören der alte Folk, wie man ihn in Bergen und Tälern der Appalachen pflegte, von Wiskey trunkener Country, brüchiger Blues oder freigeistiger Rock zur zweifelsfrei zu identifizierenden musikalischen DNA.

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Schon die Hinwendung zu Bill Withers verdient höchsten Respekt. Withers, erst im Juli 80 Jahre alt geworden, war einer jener Künstler, die ohne Mühe und auf höchstem Niveau Folk und Soul zusammenbanden. Zu solch großartigen Stücken wie „Lean On Me“, „Just The Two Of Us“ oder „Ain’t No Sunshine“. Letzteres erfreute sich ja auch der Gunst der Radioseins-Hörer bei der sommerlichen Top 100 der Songwriter. Josè James, der sich mit Jazz und Blues auskennt, hat nach eigenem Gusto ein Dutzend Songs ausgewählt. Und sie samt einer handverlesenen exquisiten Begleitband seiner Stimme und Interpretation ausgesetzt. Ohne technische Mätzchen. Nur mit viel Gefühl und Liebe zu den Liedern. James ist es zu danken, dass er dieses wichtige Stück Erinnerungsarbeit für eine, ganz zu Unrecht schon etwas in Vergessenheit geratene Ikone des Genres zu leisten in der Lage war. Am Donnerstag, dem 13. September, um 21 Uhr im Heimathafen Neukölln.

José James: Lean On Me. Blue Note/Universal.

Die drei verstehen sich auf mehr als nur schlichte Handarbeit. Auf Atmosphäre, Sangeskunst und Raffinesse im Sound. Wirklich wahr. Ach und wem der Name irgendwie geläufig war: Richtig. Es war Chris, der im Trio Medeski, Martin und Wood, den Bass singen ließ, dass es eine Freude war. Auch eine Art Bruderschaft, die Jazz und Rock ohne Manschetten miteinander verband.

The Devil Makes Three bleiben die Bluegrass-Kapelle mit eingebautem Überraschungsmoment. Quelle: Jay Westcott

Diese drei aus Kalifornien bleiben höllisch gut. Nicht nur, weil sie ihrem Bandnamen alle Ehre erweisen möchten. The Devil Makes Three sind Erzmusikanten, die kenntnisreich Bluegrass und alten Folk mit aufmüpfiger, da untergründiger Punk-Seele anstimmen und immer wieder für eine Überraschung sorgen. Zuletzt hatten Pete Bernhard und Cooper McBean, beide Gitarristen, mit Lucia Turino, der Frau am Kontrabass, ihren eigenen Helden gehörig gehuldigt. Nach Country und Blues von Hank Williams, Robert Johnson oder Muddy Waters geht es jetzt flugs weiter. Auf „Chains Are Broken“, nun wieder mit eigenem Material. Auf ihrer jüngsten Platte sind die Ketten allerdings gesprengt. Diesmal bewegt sich das vor 16 Jahren gegründete Trio formvollendet sogar auf Pop und Sixities-Beats zu. Twang und forsches Tempo vergessen sie zwar nicht. Dennoch: Der Teufel steckt bekanntlich wieder im Detail.

Die Konzerte: The Wood Brothers spielen am Sonnabend, dem 15. September, um 20 Uhr im Privatclub in Berlin-Kreuzberg. The Devil Makes Three sind am Mittwoch, dem 19. September, um 20 Uhr in Columbia-Theater in Berlin-Tempelhof zu Gast

Von Ralf Thürsam

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