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Kultur Rosse, Reiter, Rollenspiele
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20:30 18.01.2013
BERLIN/POTSDAM

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Der helle Lehmboden der Arena riecht nach Pferdeäpfeln. Keine Spur von Glamour, bunten Kostümen, aufwendigen Frisuren und Make-up. Auch die Pferde tragen keine Trensen mit Pailletten oder handgefertigten Goldkrönchen auf dem schwarzen Leder, Schweif und Mähnen sind noch nicht zu kunstvollen Zöpfen geflochten. Auch wenn es nicht so wirkt, das „Apassionata“- Team arbeitet auf Hochtouren. Licht- und Soundanlage sind bereits aufgebaut, auch der rote Vorhang, der über eine runde Schiene läuft, ist schon befestigt. Stunden später wird durch ihn das Reit- und Tanzensemble in eine Welt voller Fantasie kommen.

Fans der Pferdeshow, die befürchten, dass die zehnte Revue ein Potpourri der vergangenen ist, kann Kreativdirektor Holger Ehlers beruhigen: „Es wird keine Rückschau geben. Diese Show ist unabhängig von den anderen zu sehen.“ Nur gelegentlich würden Bilder aus den alten Produktionen auftauchen, die einen Wow-Effekt erzeugen sollen. „Wie zum Beispiel die Geigerin. In einer Showsequenz hatten wir sie in die Mitte der Arena gestellt. Um sie herum liefen herrenlose Pferde im Nebel. Das ist ein traumhaftes Bild“, schwärmt Ehlers.

Im Mittelpunkt der Jubiläumsshow steht die zehnjährige Amélie, die zusammen mit ihrem Vater auf dem Land lebt – umgeben von Pferden. Als sie aber auf eine weiterführende Schule muss, verlässt sie das Dorf und lebt fortan in der Stadt. Das Mädchen stellt rasch fest, dass ihr die Pferde und das Landleben fehlen. Bilder auf einer großen Leinwand und bunte Scheinwerferstrahlen verstärken die Emotionen und Gedanken der Figuren. Drumherum, in einem Hufeisen, sitzt das Publikum und hat von jedem Platz aus gute Sicht auf das Spektakel in der Arena.

Wie für jede Apassionata-Show spielen nicht nur Licht und Projektionen eine große Rolle, sondern auch die Musik. Die stammt ebenfalls aus Ehlers' Feder, der gerne wild mixt und Stilbrüche dabei nicht vermeidet. „Es ist Block-Buster-Kino-Musik mit Bühnenmusik vereint“, fasst er zusammen.

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Familien mit Kindern, Oma, Opa und Pferdemädchen, sondern auch an Besucher, die nichts mit den Vierbeinern am Hut haben. „Gerade wenn man den harten Rocker erreicht, der von seiner Freundin mitgenommen wird, zeigt uns das, dass wir alles richtig gemacht haben“, sagt Meike Arnason, die seit acht Jahren dabei ist. Sie agiert als rechte Hand von Holger Ehlers und als Pferde-Direktorin. Insgesamt touren 44 Pferde, ein Esel, acht Tänzer und 35 Reiter durch 30 Städte in Europa. Nach Berlin macht die Show in Hannover Halt. Helsinki ist das weiteste Ziel.

Die elfte Revue ist bereits in Arbeit und heißt „Zeit für Träume“. Sie soll eine Zeitreise werden. Die Ideen dafür nimmt das Team um Holger Ehlers aus dem Alltag. „1000 Dinge begegnen einem. Der Fundus ist also groß. Das Ende von Apassionata werde ich nicht mehr erleben, weil es immer was Neues zu entdecken gibt“, sagt er.

Es gibt noch Tickets für die Show um 15 und um 20 Uhr und für Sonntag, um 14 Uhr. Die Karten gibt es online über die Homepage unter www.apassionata.com oder an allen bekannten Vorverkaufsstellen. (Von Anne Stephanie Gratzke)

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