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Sabaton ziehen ins letzte Gefecht

MAZ-Konzerttipp Sabaton ziehen ins letzte Gefecht

Sabaton aus Falun bekommt man ziemlich absonderliche Kurse über Kriegskunst geboten. Seit Jahren schon. Auf ihrem jüngsten Album „The Last Stand“ hecheln die Schweden wieder ganze Schlacht-Panoramen mit unerhörtem Pathos durch. Schon der Bandname verweist auf die Ritterzeit. Sabaton heißt Eisenschuh.

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Stürzen sich erneut ins Kampfgetümmel: Sabaton.

Quelle: Promo

Potsdam. Ohne den Sänger Joakim Brodén, der das „R“ so bedrohlich rollt wie kein anderer und der die Tasten bei Sabaton drückt, wäre der Rock ‚n’ Roll um einiges ärmer. Wenn er dröhnt „Morrrning Has Brroken“, dann glaubt man es. Basta! Folgt man dem Weg, den der Fünfer aus Falun seit 1999 beschreitet, dann führt er wiederum nur in Krieg und Verdammnis.

Diesmal rüstet Sabaton zum letzten Gefecht. „The Last Stand“ so nennen die Power-Metaller aus Schweden ihr Album, das wiederum, von viel Pathos durchtränkt, große Schlachten beschreibt. Von den 300, die Sparta verteidigten, bis hin zu den letzten aufständischen Samurai, die in der „Schlacht von Shiroyama“ mit traditionellen Waffen gegen die modernen kaiserlichen Truppen aufbegehrten. Erinnert wird in „Hill 3234“ an die Kämpfe sowjetischer Fallschirmjäger gegen die Mudjahedin in Afghanistan bei Hügel 3234. Wer war nochmal wo einmarschiert?

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Eine gewisse schneidende Härte pflegen sie schon – Mallory Know aus der englischen Uni-Stadt Cambridge. Doch die Jungs sind keine Besserwisser. Das Leben selbst ist für sie der Lehrmeister. Mit allen Höhen und Tiefen. Womöglich stellt sich am Ende heraus, dass man seine eigene Glücksformel findet. Die für Mallory Knox sieht so aus: Alternative Rock, der hier breitbeinig herankommt und schon mal nach größeren Auftrittsorten schielt, sich punkrotzig gibt, genügend Kante zeigt und auf Eingängigkeit, ja sogar Pop-Einflüsse nicht verzichtet.

Mallory Knox: Wired. Sony.

Sie können Knochen brechen mit diesem Sound, diese vier Texaner. Oder Herzen. Dazu brauchen Duel nur: Gitarren, Bass und Drums. Das reicht gelinde gesagt schon komplett aus, um aus straffen, derben Riffs, schwindelerregend guten Soli sowie dem einen oder anderen psychedelischen Schlenker die Welt in Flammen zu setzen. Und eine, die an Bands erinnert, bevor überhaupt das Wort Metal ausgesprochen war. Wah-Wah-Wahnsinn alter Schule. Gekauft.

Duel: Witchbanger. Heavy Psych Sounds/Cargo.

Farflung lassen es grandios pfeifen, zwitschern und raunen, die Tonspuren rückwärts laufen oder entwickeln einen weit hallenden motorischen Groove, wenn sie ihre Sternenschiffe in die Tiefen des Weltraums entsenden. Man weiß ja nie, wem sie dort so begegnen. Vielleicht Wesen, die die Menschen verstehen wollen. Da trifft es sich gut, wenn diese es mit progressiven und spaciger Musik wie dieser probieren. Mit Duel kommen Farflung übrigens im April zum Desertfest in Berlin.

Farflung: Unwound Celluloid Frown. Heavy Psych/Cargo.

Das alles wird ohne Gnade herunter geprügelt. Für hymnisch-dramatische Steigerungen stehen Chor und Orchester zur Verfügung. Der Dudelsack, dessen große Ausgabe in Schottland Great Warpipe heißt, die Hammondorgel und Mitsing-Refrains, gehören ohnehin zur Grundausstattung von Helden-Gesängen dieser Machart, die an ein Kriegsmusical gemahnen. Bevor also die letzte Patrone verschossen wird, laden Sabaton sich besondere Gäste ein – Accept. Keine schlechte Wahl, den die Band gehört zu den klassischen Metal-Truppenteilen aus Deutschland. Ich sage nur achtziger Jahre und „Metal Heart“ - womit denn auch die Schnittstelle mit „The Last Stand“ gefunden wäre.

Konzert: Sabaton gastieren am Mittwoch, dem 15. März, um 19 Uhr im Ufo des Velodroms in Berlin-Prenzlauer Berg.

Von Ralf Thürsam

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