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Kultur Sanssouci lockt 2018 mit großen Namen und Lesungen
Nachrichten Kultur Sanssouci lockt 2018 mit großen Namen und Lesungen
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02:17 23.03.2018
Der Fernsehmoderator Max Moor gestern in der Pflanzenhalle des Orangerieschlosses in Potsdam Sanssouci.                                                                                                               Quelle: Soeren Stache/dpa
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Potsdam

Die Besucher der 20. Schlössernacht im Park Sanssouci stehen in diesem Jahr vor der Alternative, ob sie sich am Freitag- oder am Samstagabend in das extravagante Kulturprogramm stürzen wollen. Damit entscheiden sie auch, ob sie einer Riege von Star-Schauspielern – Ulrich Noethen, Max Moor und Benno Fürmann – oder einer Riege von Star-Schauspielerinnen – Martina Gedeck, Katharina Thalbach und Katja Riemann – den Vorzug geben.

Die Orangerie-Terrasse bedeckte am Dienstag ein dicker, nasser Schneeteppich, als drinnen in der Pflanzenhalle zwischen Palmenkübeln und Zitronenbäumchen zwei laue Sommernächte ausgerufen wurden. Siegfried Paul, Geschäftsführer der Mediapool Veranstaltungsgesellschaft, stellte das diesjährige Programm der Schlössernacht vor, die am 17. und 18. August 2018 stattfinden wird. „Auf das Vorabendkonzert am Freitag werden wir verzichten, dafür findet die Schlössernacht mit fast identischem Programm an zwei Abenden statt“, erklärte Paul.

In manchen Jahren schoben sich in einer Nacht 35 000 Besucher durch den Park. Diesmal werden pro Abend maximal 20 000 Karten angeboten, das dezentral bespielte Areal wird allerdings auch deutlich verkleinert. Den Besuchern sollen nicht zu weite Wege zugemutet werden. Neues Palais und Schloss Charlottenhof bleiben außen vor.

Peter Schwenkow, Chef der Deutschen Entertainment AG, freute sich, weil bereits 10 000 Karten verkauft worden seien. „Die Potsdamer Hotels sind so gut wie ausverkauft. Und weil es so gut läuft, haben wir das Budget noch einmal aufgestockt“, sagte der Unternehmer, ohne konkrete Zahlen zu nennen. „Wir hoffen, dass auch die Potsdamer den Park ein kleines bisschen wiederentdecken wollen“, meinte er und versprach zu prüfen, ob vielleicht auch durch preisgünstigere Familienkarten die Schwelle noch etwas gesenkt werden kann. „Wir sind mit den Ticketpreisen schon runtergegangen, die Karte kostet 39, ermäßigt 29 Euro“, betonte Siegfried Paul. „Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.“

Für das Geld bekommen die Besucher in diesem Jahr an etwa 40 Veranstaltungsorten 110 Aufführungstermine geboten. Mit von der Partie ist wieder die französische Künstlergruppe Transe Express, die diesmal mit drei sechs Meter hohen, puppenhaft anmutenden Diven in ausladenden Reifröcken die Hauptallee beleben sollen. Auf dem asphaltierten Ökonomieweg wird indes eine niederländische Gänsekapelle marschieren, ein Mini-Spielmannszug mit Tambour-Major und Trommler. Die Performance der französischen Gruppe Cie Aquacoustique wurde in die Fontäne am Oranier-Rondell verlegt, wo sie mit Gießkannen und Ruderblättern ein Spektakel zum Schmunzeln aufführt. Für musikalische Farben sorgen unter anderen der Akkordeonist Aydar Gaynullin, die Harfenistin Simonetta Ginelli und der Pianist Joe Löhrmann. Vier Klanginstallationen, Großbildprojektionen auf der Fassade der Bildergalerie und thematische Parkführungen stehen ebenfalls auf dem Programm. Statt eines abschließenden Höhenfeuerwerkes soll es pro Abend zwei barocke Feuerwerke am Orangerie-schloss geben.

Doch die eigentliche Neuheit 2018 ist ein illustres Wortprogramm, für das die eingangs genannten Schauspieler verpflichtet worden sind. Im Raffaelsaal und in der Pflanzenhalle der Orangerie sowie in der Friedenskirche Sanssouci werden am Freitag die Männer und am Sonnabend die Frauen bedeutende literarische Texte lesen. Der künstlerische Leiter Bernd Hoffmann kann auf gute Erfahrungen in Bad Homburg verweisen, wo er seit Jahren ein Poesie- & Literaturfestival betreut.

Lustwandeln, Theater, Musik und Literatur

17. August: Ulrich Noethen und Robert Stadlober lesen aus dem Briefwechsel Friedrich des Großen und Voltaire. Max Moor liest aus Josef Roth „Die Legende vom Heiligen Trinker“. Benno Fürmann liest aus E.T.A. Hoffmann „Der Sandmann“.

18. August: Martina Gedeck liest Heinrich von Kleist „Die Marquise von O.“ Katharina Thalbach liest Texte und Gedichte von Joachim Ringelnatz. Katja Riemann liest aus Lion Feuchtwanger „Die Jüdin von Toledo“

Karten für die Schlössernacht gibt es in den Ticketverkaufsstellen der MAZ (0331/ 2840 284). Die Lesungen sind Teil der Schlössernacht.

Hoffmann rief gestern den Fernsehmoderator Max Moor zum „Schirmherren“ aus, der sich auch prompt mit werbenden Worten ins Zeug legte. „Das ist eine unglaublich schöne Veranstaltung, weil sie ein bisschen undeutsch ist: Lustwandeln, sich überraschen lassen, kulinarische Köstlichkeiten, nicht Fritten und Bockwurst, und noch dazu Literatur!“

Von Karim Saab

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