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Kultur So war der Auftritt von Billy Cobham in Potsdam
Nachrichten Kultur So war der Auftritt von Billy Cobham in Potsdam
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23:56 11.03.2019
Billy Cobham am Montagabend im Potsdamer Waschhaus. Quelle: Detlev Scheerbarth
Potsdam

Billy Cobham hat die Spieltechnik das Schlagzeug im 20. Jahrhundert erneuert. Sein bahnbrechendes Album „Crosswinds“ kam 1974 heraus. „Crosswinds“ heißt auch seine Band.

Wie waren Billy Cobham und seine Band drauf?

75 Jahre alt wird in diesem Jahr dieser sympathische, unprätentiöse Herr. Er ging noch bei Thelonious Monk in die Jazz-Schule und hat mit Miles Davis und Roberta Flack Alben eingespielt. Doch er wollte sich in Potsdam nicht nur Beifall abholen. Er war gekommen, um ein leidenschaftliches Konzert zu geben. Keinen Moment ließ er den Star raushängen. Und seine vier Musiker gingen mit ihm gemeinsam hochkonzentriert zu Werke.

Wie waren Sound und Bühne?

Optimal. Jazzrock muss laut sein, aber jedes Instrument war fein ausgesteuert und die Anlage gut.

Wie war die Stimmung im Publikum?

Die etwa 400 Besucher wussten die gebotene Vollwertkost zu schätzen. Das Gros, Männer über 60, fühlten sich herrlich jung. Die progressive Musik der 1970er Jahre ließ an Rasanz, Gewagtheit, Anspruch und Pathos wirklich nichts zu wünschen übrig.

In seinem Element: Billy Cobham. Quelle: Detlev Scheerbarth

Was waren die besonderen Momente?

Vorab gab es ein Gespräch mit Billy Cobham. Er bekam Gelegenheit, sich politisch zu positionieren. Doch über diese Brücke ging er nicht. Rassismus gebe es überall, nicht nur in den USA. Als Einwanderer aus Panama sei es ihm in New York darum gegangen, in seiner neuen Heimat anzukommen. Und die Musik, die Missverständnisse ausschließe, habe ihm geholfen. Während des Potsdamer Konzertes forderte die hochkomplexe Fusion aus Bebop, Smoothjazz und Rock von jedem der Musiker höchste Konzentration. Doch nach etwa einer Stunde gab es einen Moment, als sich die Blicke aller fünf Musiker trafen und sie einfach nur glücklich waren.

Fazit?

Am Montagabend für 15 Euro so ein Konzert in Potsdam. Unglaublich!

Von Karim Saab

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