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Kultur Scooter in Berlin: Viel „Döp“ und herrlich prollig
Nachrichten Kultur Scooter in Berlin: Viel „Döp“ und herrlich prollig
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12:37 11.03.2018
H.P. Baxxter begeistert die Zuschauer weltweit. Quelle: dpa (Archiv 2017, Konzert in in Balaklawa)
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Berlin

H.P. Baxxter ist einer dieser Typen, der auch dann keine beleidigte Schnute zieht, wenn ein Witz auf seine Kosten geht. Hat die Pointe gesessen, zaubert das dem wasserstoffblonden Frontmann der Techno-Band Scooter ein Kindergeburtstagslächeln ins Ü50-Gesicht. Neulich hatte er mal wieder Grund zu grinsen. Der amerikanische Late-Night-Superstar Jimmy Fallon war auf den Titel eines alten Scooter-Hits gestoßen, „How Much Is The Fish?“ („Was kostet der Fisch?“), und veräppelte die Gaga-Lyrik des Songtextes. Scooter höchstselbst verbreiteten das Video im Internet, Fallon und sein Team offenbarten sich daraufhin als „große Fans“ und schickten eine Frage hinterher: „Was hat denn der Fisch nun gekostet?“

„Döp“ in Dauerschleife

Dieses Geheimnis wird, wie so manches Detail des Scooter-Gesamtwerks, wohl so schnell nicht gelüftet werden. Zumal es Feierbiest Baxxter vermutlich vergessen hat. Wie zum Beispiel kam er auf den genialen Einfall, mehrere Songzeilen eines seiner Hits in Dauerschleife mit dem Wörtchen „Döp“ zu füllen. Allgemein bekannt ist aber, warum Scooter immer noch große Arenen wie am Donnerstagabend das Velodrom in Berlin mit tausenden Technofans füllen. Diese Band ist einfach ein Ereignis – auch 25 Jahre nach Gründung.

Herrlich prollig

H.P. Baxxter sieht aus wie ein auf der Streckbank langgezogenes Billy-Idol-Double und ist ausgestattet mit der Energie eines Duracell-Hasen. Die Ansprachen von H.P., was natürlich für Hans-Peter steht, wird aus verschiedenen Varianten von drei weltweit verständlichen Begriffen gebildet: 1. Wicked! 2. Request! 3. Yeah! Das funktioniert in russischen Stadien so gut wie in der Berliner Mehrzweckhalle, die genauso gut gefüllt ist wie die feierwütigen Scooter-Fans. Zumal Baxxter so herrlich prollig brüllt und die Stimme des Hamburgers die Wucht eines Aalverkäufers auf dem Fischmarkt hat.

Gogo-Girls und Gogo-Boys

Die Bühne ist riesengroß, dutzende LED-Flächen flimmern, sie zeigen ein Megaphon und immer wieder „SCOOTER“. Die Show des Trios ist bombastisch und zugleich so dermaßen 90er, dass man hin- und hergerissen ist zwischen Abgehen und Ablachen. Gogo-Girls und Gogo-Boys wackeln fast alles, was an ihren Körpern wackelbar ist. Bei „Fire“ schießt Feuer in die Luft, auch aus der ausschließlich wegen der Pyro-Show umgeschnallten E-Gitarre sprühen die Funken.

Kurz vor Schluss spielen die Könige des Kirmes-Techno Maria (I Like It Loud), ihren mittlerweile beliebtesten Song. Ausnahmezustand, Hallenbeben, Bierdusche – und Tausende, die folgende Songzeile noch Stunden nach dem Konzert singen werden: „Döp-döp-döp-dö-dö-döp-döp-döp!“ Damit ist alles gesagt.

Von Maurice Wojach

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