Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Die Geschichte von den Hosenträgern
Nachrichten Kultur Die Geschichte von den Hosenträgern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:26 31.10.2018
Für ihn dürften sich manche Blütenträume erfüllt haben: Shakey Graves. Quelle: Greg Giannukos
Potsdam

Der kann immer noch eine Schippe oben drauflegen: Shakey Graves. So wie er es erst vor wenigen Monaten mit seiner Platte „Can’t Wake Up“ bewiesen hat. Von wegen: Ich werd’ nicht wach. Das komplette Gegenteil ist nämlich der Fall. Shakey Graves, der eigentlich den bürgerlichen Namen Alejandro Rose-Garcia trägt, ist einer von den ganz ausgeschlafenen Typen.

Zuvor hatte er seine Botschaft bereits verkündet. Und die lautete 2015 auf der vorangegangenen Platte „Nobody’s Fool“ unmissverständlich, dass er sich für nichts und niemanden zum Affen macht. Eine Maxime, die der 31-jährige Musiker aus Austin/Texas konsequent befolgt. Zwar hatte es eine Zeit für ihn gegeben, in der als Ein-Mann-Band um die Ecken zog. Mit Gitarre und Koffer, auf den er mächtig eintrat, um Bass und Schlagzeug zugleich zu spielen. Doch von den rüden, übersteuerten Blues-Attacken, dem spröden Wohnzimmer-Folk, seltsam verhalltem, schwebenden Pop und ­kantigem Country ist inzwischen längst etwas Neues gewachsen.

Mehr davon

Haben sich Lord Huron verloren in Zeit und Raum? Es hat den Anschein. Denn die um Ben Schneider längst zur kompletten Band gewachsenen Band hebt mit ihrem atmosphärisch gesponnenen Folk-Rock nach einer kleinen Runde über den Neonschluchten von Los Angeles ab und bollert plötzlich los. Die strahlenden Gegenden seiner Wahlheimat hat Songwriter Schneider ebenso durchmessen wie deren schattige Ränder. Eine Irrfahrt voller Inspiration für „Vide Noir“, das dritte Album. Herbe, erheblich reizvolle Kontraste setzt der Vierer mitunter in seinen Songs. Die daher voller Spannung stecken. Dazu gehören Schrammelgitarren, ferne Echos aus Surf und Soul oder analoge Tasteninstrumente für die verträumteren Abschnitte zwischen Pop und Psychedelia. Lord Huron spielen am Montag, dem 5. November, um 20 Uhr im Columbia-Theater in Berlin-Tempelhof.

Lord Huron: Vide Noir. Whispering Pines/Republic Records/Universal.

Ist sie eine Liedermacherin aus Oberösterreich? Na, ja nicht so ganz. AVEC versteht sich allerdings auf eine gelungene Mixtur aus akustisch geprägten Songs und einer unabhängigen Handhabung elektronischer Zutaten und einer gewissen Kratzbürstigkeit. In der Stimme sowieso. Einbußen an Intensität lassen sich auf ihrer aktuellen Langrille mitnichten registrieren. Dafür setzt die junge Künstlerin mehr als je zuvor auf Haken und Ösen im ausgesprochen weiten Feld von Pop und Indie-Rock. Was ihren jüngsten Stücken durchaus bekommt. AVEC tritt am Donnerstag, dem 1. November, um 21 Uhr im Gretchen in Berlin-Kreuzberg auf.

AVEC: Heaven/Hell. Earcandy/Soulfood/Believe.

Bevor er sein aktuelles Album rausschickte, hatte er seine Anhängerschaft schon mal vorgewarnt: Verkauft eure Hosenträger! Damit ist Shakey verdammt gut gefahren. Denn sein Aufbruch zu anderen Gestaden lässt sich schlichtweg nicht überhören. Die Platte wurde unerhört dicht. Der Sänger und Gitarrist legte Spur für Spur für die Saiteninstrumente, tüftelte an exzellenten Rhythmen und überhaupt: Diese Farbigkeit und diesen Detailreichtum kannte man bislang eben nicht von ihm. Es gibt fein ziselierten Pop – eher den guten aus den Sechzigern –, ein paar Hippies klopfen ihm anerkennend die Schulter und wer weiter geht, der wird findet Elemente aus Indie-Rock oder sanfte psychedelische Pillen. Prima das!

Das Konzert: Shakey Graves spielt am Sonntag, dem 4. November, um 21 Uhr im Heimathafen Neukölln.

Von Ralf Thürsam

Von einem virtuosen, großkalibrigen Schreckensstück bis zu einer exquisiten Politthrillerserie über die Geheimdienstquerelen im Vorfeld von 9/11, von einer bewegenden Dokumentation über den Zynismus der Flüchtlingskrise bis zu dem ungewöhnlichen Psychogramm eines FBI-Spezialisten für Kidnappings oder einer melancholisch-süßen Komödie über die zweite Morgenröte: Dies und mehr in den DVD-Tipps von Matthias Halbig.

30.10.2018

Weihnachten wird für Bob-Dylan-Archäologen ein Fest der Musik: „More Blood, More Tracks“ (erscheint am 2. November) ist eine opulente 6-CD-Box, die ganz ohne zugehöriges Jubiläum Einblick in die Entstehung von Bob Dylans „Blood on the Tracks“ gibt – seinem Album über die ewig unverständlichen Wege der Liebe.

30.10.2018
Potsdam Theaterfestival Unidram - Es begann in einem Hinterhof

Überraschende Neuigkeiten gab es beim Sieben-Sachen-Netzwerkabend zum 25. Jubiläum des Potsdamer Theaterfestivals Unidram.

31.10.2018