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Sibylle Lewitscharoff droht Suhrkamp-Verlag mit Abgang

Literatur Sibylle Lewitscharoff droht Suhrkamp-Verlag mit Abgang

Die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff hat gedroht, Suhrkamp zu verlassen, wenn sich im Verlagsstreit der Minderheitsgesellschafter durchsetzt. "Dann würde ich sofort gehen", sagte die 59-Jährige am Mittwoch in Kassel.

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Die Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff.

Quelle: Uwe Zucchi

Kassel. Um den Verlag tobt seit Jahren ein erbitterter Machtkampf zwischen den Gesellschaftern. Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz hält 61 Prozent der Anteile, Medienunternehmer Hans Barlach den Rest.

Mit dem traditionsreichen Verlag sei sie sehr zufrieden, betonte Lewitscharoff. "Die Behandlung ist erstklassig. Ich hänge an dem Verlag." Sie habe Unseld-Berkéwicz als "formidable und gescheite Frau" kennengelernt. Barlach aber sei "eine Katastrophe".

Lewitscharoff hatte jüngst den Georg-Büchner-Preis, die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Autoren, zuerkannt bekommen. In Kassel hält sie in dieser Woche als Grimm-Professorin der Universität eine Vorlesung, zudem stehen ein Seminar und eine Lesung auf dem Programm.

Die Brüder Grimm habe sie als Kind kaum gelesen, dafür schätze sie beim Schreiben das Grimm'sche Wörterbuch, sagte sie. Kindheitsprägend sei durch die fromme Großmutter die Bibel gewesen. "Bei Märchen habe ich nicht die entzündete Kinderflamme, das kann ich nicht nachholen."

Der Büchner-Preis sei keine Bürde, da die Auszeichnung nicht nur ihr Verdienst sei, sondern auch eine "glückliche Fügung". Sie betonte, sie habe davon profitiert, dass eine Frau drangewesen sei, auch wenn sie dies nicht begrüße. "Es sollte streng nach Qualität gehen. Ich nehme ihn trotzdem gerne an." Zudem sei die Auszeichnung auch ein "wunderbares Geldgeschenk", das sie mit anderen teilen wolle. Der Büchner-Preis ist mit 50 000 Euro dotiert.

Solche Auszeichnungen, aber auch Lesungen oder die Buchpreisbindung, seien dafür verantwortlich, dass es Autoren in Deutschland gut gehe, sagte Lewitscharoff. "Nicht nur die oberste Riege, auch der obere Durchschnitt hält sich ganz gut." In Ländern wie den USA, Großbritannien oder Frankreich sei das anders.

dpa

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