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Kultur Siegfried Matthus kritisiert Ministerin
Nachrichten Kultur Siegfried Matthus kritisiert Ministerin
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19:41 28.06.2018
Siegfried Matthus, hier mit Bundesdesverdienstkreuz. Quelle: Peter Geisler
Potsdam

Siegfried Matthus, Gründer des Sommerfestivals Kammeroper Schloss Rheinsberg, sieht sein Lebenswerk zerstört. In einem Brief an Kulturministerin Martina Münch (SPD) argumentiert der Komponist nicht in erster Linie damit, dass seinem Sohn Frank Matthus nach vier Jahren die künstlerische Leitung entzogen worden ist (siehe MAZ vom 27.6.) Diese Kritik würde auch zu kurz greifen, denn staatlich subventionierte Festspiele sind gewiss kein Erbhof, selbst wenn das vom Bund finanzierte Bayreuth so verfährt.

Der Komponist Siegfried Matthus kritisiert die vom brandenburgischen Kulturministerium verordnete „organisatorische Grundstruktur“. Künftig soll neben einem Geschäftsführer ein künstlerischer Leiter die Geschicke sowohl des Opernfestivals wie auch der Musikakademie Rheinsberg bestimmen. Dabei schwingt offenbar die Hoffnung mit, hier ließen sich Synergien auch auf musikalischem Feld herstellen.

Die Kammeroper Schloss Rheinsberg verstand sich bisher als Sprungbrett für junge Sänger aus aller Welt, die sich für den internationalen Markt empfehlen wollen. Ob diese Idee in den letzten Jahren aufgegangen ist, sei einmal dahingestellt. Aber 2018 bewarben sich immerhin 450 Nachwuchssänger, sogar von Übersee. 60 von ihnen kommen ohne Gage – nur für ein Preisgeld - nach Rheinsberg und singen hier Partien, die sie mit Opernfachleuten einstudiert haben. Die Musikakademie dagegen ist eine regionale Weiterbildungseinrichtung, die Kurse für begabte Kinder, Schüler und Studenten ausrichtet.

Die Fusion „beider Institutionen mit sehr gegensätzlichen und unterschiedlichen Aufgabenbereichen“, so Siegfried Matthus, degradiere „das weltweit beachtete Festival zu einem kläglichen provinziellen Event, wie es heute in jedem größeren Dorf zu finden ist“.

Ministerin Münch erkennt in dem Verwaltungsakt sogar ein gelungenes Kunstwerk: „Die Verbindung von Kammeroper und Musikakademie mit dem attraktiven Ort des Schlossensembles und seinem Umfeld bildet ein Gesamtkunstwerk mit einer einzigartigen Atmosphäre“, heißt es in einer Presseerklärung.

Matthus zweifelt nicht daran, dass der am Dienstag von den Geschäftsführern ins Rennen geschickte Georg Quander eine „Person mit großen Verdiensten und einem bekannten Namen“ ist. Quander hat den Aufsichtrat offenbar mit einer Konzeption überzeugt. Nun wird es höchste Zeit, dass auch die Öffentlichkeit erfährt, welches Profil die Kammeroper Schloss Rheinsberg künftig erhält und ob es sinnvoll ist, hochprofessionelle Aufführungen und Bildungsarbeit miteinander zu verzahnen.

Von Karim Saab

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