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15:10 02.12.2017
Dodelido Quelle: Hersteller
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Hannover

Der eine Spieler sagt “Öh – Zebra“, der nächste “Dodelido“, der Dritte “Schildkr ... Mist!“ Wenn sich Menschen aufs Lustvollste verhaspeln und um den Verstand reden, liegt das oft an den Spielen von Jacques Zeimet (“Kakerlakensalat“, “Die fiesen 7“). “Dodelido“ ist sein jüngstes Meisterstück.

Zu Beginn werden 105 Karten gleichmäßig an die Spieler verteilt. Wer zuerst alle ausgespielt hat, gewinnt. Wer dagegen einen Fehler macht, nimmt alle Karten aus der Mitte auf – und verliert. Die Karten zeigen fünf Tierarten in fünf Farben. Wer an der Reihe ist, legt seine oberste Karte auf einen von drei in der Tischmitte ausliegenden Stapeln und trifft eine Aussage.

Mehrheiten werden gesucht. Zum Beispiel liegen da nun ein pinkfarbener Flamingo, ein gelber Pinguin und ein grüner Pinguin – Mehrheit Pinguin: Also sagt man “Pinguin“. Nächstes Beispiel: pinkfarbener Flamingo, gelber Pinguin, pinkfarbenes Kamel – die Gemeinsamkeit ist “Pink“. Oder aber: pinkfarbener Flamingo, gelber Pinguin, pinkfarbener Pinguin – ein Gleichstand zwischen Pink und Pinguin; da sagt man dann nicht etwa “Pink/Pinguin“, sondern: “Dodelido“. Warum? Weil es so schön albern ist.

Auch die diszipliniertesten Spieler sind überrascht

Bei gar keiner Übereinstimmung sagt man “Nichts“. Ein Sonderfall sind die etwas behäbigen Schildkröten: Für jedes von ihnen ausliegende Exemplar muss man erst einmal “Öh“ sagen, also etwa “Öh, öh, Pink.“ Beim Rest des Spiels sind “Öhs“ verpönt – und führen genauso wie zu langes Zögern dazu, dass der Spieler die Karten aus der Mitte aufnehmen muss.

Und dann sind da noch die Krokodile: Auf die hauen die Spieler kräftig mit der Hand. Wer als Letzter reagiert, bekommt – genau – alle Karten aus der Mitte. Die Krokodile sind es übrigens, die “Dodelido“ über Zeimets andere Spiele erheben: Die Vorgängerspiele lassen sich nämlich irgendwann beherrschen, mit Konzentration kommen geübte Spieler bald fehlerfrei durch die Partie.

Bei “Dodelido“ aber ist das anders: Mit nur vier Exemplaren im Kartendeck gibt es nur so viele Krokodile, dass sie stets überraschen und auch den diszipliniertesten Spieler aus dem Konzept bringen. Überhaupt sind die Spieler bei “Dodelido“ oft verblüfft. Man ahnt gar nicht, wie oft man schief liegt, und es hört nicht auf, witzig zu sein – wenn man über sich lachen selbst kann. Situationskomik entsteht im Sekundentakt. Und man lernt, dass sich Meinungen oft schneller bilden, als wahrhaftige Erkenntnisse. Und allein dafür gilt: Öh ... Großartig.

Jacques Zeimet: “Dodelido“. “Drei Magier“-Spiele, für zwei bis sechs Spieler ab acht Jahren, etwa zehn Euro.

Von Stefan Gohlisch

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