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08:35 13.11.2016
Sorgen für einen heißen Spätherbst – The Cadillac Three aus Nashville. Quelle: Promo
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Potsdam

The Cadillac Three lieben klare Ansagen. Wie diese hier. „Bury Me In My Boots“ - Begrabt mich in meinen Stiefeln – das fordern die drei Aufrechten gleich im Titel ihres neuen, erst zweiten Albums. Ein Begräbnis wäre leichter zu ertragen, wenn sich die Liebste eine letzte Zigarette zwischen die Lippen steckt, schwarze Rosen verstreut, aber den Whiskey, den soll sie nicht vergessen. Klingt schon gar nicht mehr so traurig, oder?

Schon mit ihrem Debüt „Tennessee Mojo“ hatte der Dreier aus Nashville klar gemacht, dass er sich in Sachen Südstaaten-Rock anschickt, verdienstvoll zu den Veteranen dieser vitalen Szene – wir brauchen an dieser Stelle wohl keine Namen nennen – aufzuschließen. Sänger Jaren Johnston, Neil Mason und Kelby Ray beherrschen die hierzu nötigen Elemente aus dem Effeff. Das breitbeinig präsentierte Feuer von der Slide-Gitarre wie den gewieften Wechsel zwischen fetten Riffs und akustischen Elementen. Das ansteckende, wuchtige Boogie-Feeling wie den großen Refrain. Federnde Härte wie die Ballade. Das ganze Programm. Überaus gefällig. Bis hin zum Stück „The South“. Da schwingt sich das Trio auf zu der Zeile auf „Yeah, This Is Where I Was Born And This Is Whre I’ll Die“. Klar, die Patrioten kippen aus den Latschen, wo sie geboren sind. Darauf einen großen Schluck aus der Whiskey-Flasche. So läuft das. Da unten in Dixie.

Das Trio aus Nashville. Quelle: Promo

Allerdings, die Jungs schielen eindeutig nach den Charts. Soll heißen, es gibt da ein paar Modernisierungen im Soundbild, die gefallen können. Oder auch nicht. Wie seinerzeit bei ZZ Top, als das Schlagzeug plötzlich doch sehr nach elektronischem Metrum klang und flächige Keyboard-Figuren Einzug gehalten hatten. The Cadillac Three also gönnen sich Mädchen-Chöre mit reichlich Huhu, und Stadiontauglichkeit scheint nicht außerhalb ihrer Reichweite zu liegen. Ach, warum nicht?!

Konzert: Dienstag, 15. November, 20 Uhr, Frannz, Berlin-Prenzlauer Berg.

Von Ralf Thürsam

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