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Kultur So stürmten die Terroristen das Bataclan
Nachrichten Kultur So stürmten die Terroristen das Bataclan
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17:42 15.11.2015
Die Menschen trauern vor der Konzerthalle "Le Bataclan". Quelle: AFP
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Paris

Nach dem Terroranschlag auf das Pariser Konzert der Eagles of Death Metal hat die Band aus Kalifornien drei Auftritte diese Woche in Deutschland abgesagt. „Die Konzerte am 17.11. in Köln, am 19.11. in München und am 22.11. in Bremen fallen ersatzlos aus.“, hieß es am Sonntag von Marek Lieberberg, dem deutschen Konzertveranstalter der US-Band. Tickets werden demnach an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückerstattet.

Einige Crewmitglieder der Band galten zunächst immer noch als vermisst. „Man muss befürchten, dass sie leider Opfer dieser verabscheuungswürdigen Angriffe geworden sind“, sagte Marek Lieberberg. Er hält es für möglich, dass die Terroristen das Pariser Konzert ausgesucht hatten, weil die Band vor kurzem in Israel aufgetreten sei und sich dabei auch gegen Boykottaufrufe wehrte.

Die Eagles of Death Metal haben ihre weiteren Konzerte, unter anderem in Deutschland, abgesagt. Quelle: dpa

Das war im Pariser Bataclan geschehen

Als am Freitagabend in der Konzerthalle Le Bataclan drei junge Männer mit Kalschnikows am Eingang auftauchten, reagieren die Zuschauer zunächst ungläubig. Doch dann fallen Schüsse, Menschen stürzen zu Boden, Panik bricht aus. Die Zuschauer des Rockkonzerts realisieren mit Entsetzen, dass es sich um einen Anschlag handelt. „Ich drehte mich um und sah zwei Typen mit Kalaschnikows. Sie waren normal gekleidet, Jeans und Turnschuhe“, erzählt Sylvain Raballant. „Ich dachte, sie schießen in die Luft, dann sah ich Leute fallen“.

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Der 42-Jährige wirft sich mit den anderen Zuschauern im Parkett auf den Boden. Das Konzert der US-Rockband Eagles of Death Metal im 1500 Zuschauer fassenden Saal ist ausverkauft, vor der Bühne stehen die Leute dicht gedrängt. „Sie schossen in die Menge, die Leute versuchten, über die Bühne zu entkommen, doch sie sagten uns: “Wenn ihr euch bewegt, töten wir euch'„, berichtet Philippe. Der 35-jährige Jurist, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, hört einen der Angreifer sagen: “Was hier passiert, ist eure Schuld. Wir rächen unsere Brüder in Syrien."

Dieses Video wurde auf dem Konzert gedreht, als die Schießerei begann:

Die Fotografin Marion, die Fotos von dem Konzert macht, schrickt bei dem Wort Syrien auf. „Ich dachte an meinen Freund Rémi Ochlik und sagte mir, nicht ich“, erzählt die 39-jährige Mitarbeiterin des Magazins „Rock and Folk“ mit Blick auf einen Kollegen, der 2012 in Syrien getötet wurde.

Marion stellt sich tot, die Zeit scheint still zu stehen. Sie spürt nicht einmal den Schmerz der Kugel, die sie an der Hüfte getroffen hat. „Erst als ich rausging, merkte ich, dass ich blute“, sagt Marion. Auch für David, einen 23-jährigen Rockfan, dehnt sich die Zeit endlos. „Wie in einem Film fordert ein Verhandlungsführer von dem Terroristen 20 Minuten“, berichtet David. Dieser akzeptiert unter der Drohung „alles in die Luft zu jagen“. „Stell dir die Hilflosigkeit vor“, sagt David.

"Ich rutschte in einer tiefen Blutlache aus"

Loic Wiels, der in letzter Minute noch ein Ticket für das Konzert bekommen hatte, sieht drei Angreifer, zwei davon von Nahem. „Einer war ein junger Typ mit Drei-Tage-Bart. Der andere war glatt rasiert, trug eine kleine Brille und eine Art gelbes Barett“, sagt Loic. „Er trug, was ich zuerst für eine Schutzweste hielt - es war in Wahrheit ein Sprengstoffgürtel.“ Alle drei Attentäter sind mit den Gürteln ausgerüstet, die sie beim Zugriff der Polizei schließlich zünden. Zunächst, als die Polizei eingetroffen war, wehrten die Terroristen die Spezialkräfte mit ihren Maschinengewehren noch ab. Ein Video auf Youtube zeigt die Situation:

Auch Anthony, der von der Menge zu Boden gedrückt wird, sieht beim Aufblicken über sich einen „bärtigen Kerl, nicht maskiert, eine Waffe in der Hand“. Er habe methodisch geschossen. „Ich wartete auf die tödliche Kugel“, sagt Anthony, doch er überlebt. Als jemand sagt, dass die Attentäter weg seien, versuchen alle rauszukommen. „Ich rutschte in einer tiefen Blutlache aus, wir krochen einer über den anderen“, sagt Anthony.

Als die Angreifer vom Parkett nach oben gehen, drängt auch Philippe nach draußen. „Als sie auf dem Rang einige Schritte zurücktraten, um nachzuladen, sprang ich auf und rannte. Ich rannte bis zum Ausgang und hörte erst an der U-Bahnstation Oberkampf auf.“ Als die Polizisten den Saal schließlich stürmen, kriecht David auf sie zu: „Ich sagte mir, ich gehe nach vorn und werde nie hinter mich schauen.“ Hinter sich lässt er 89 Tote zurück.

We are still currently trying to determine the safety and whereabouts of all our band and crew. Our thoughts are with all of the people involved in this tragic situation.

Gepostet von Eagles Of Death Metal am Freitag, 13. November 2015

Von MAZonline und dpa

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