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Kultur So wird der Frühling eingeläutet
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18:08 16.03.2016
Bestimmt das vielsaitige Geschehen an den Musiktagen – die Lautten Compagney aus Berlin. Quelle: Chris Owyoung
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Neuruppin

Wenn die Tage länger werden, gerät Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) ins Klingen. Am kommenden Wochenende finden die Aequinox Musiktage statt. Benannt ist das Festival nach der astronomischen Konstellation der Tagundnachtgleiche, die den Frühling einläutet.

Die größeren Aufführungen finden in der zur „Kulturkirche“ umgewandelten Pfarrkirche statt. Zur Eröffnung am Freitag spielt hier die Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner, dem künstlerischen Leiter von Aequinox.

Klarinettist fühlt sich auch im Klezmer zuhause

Solist des Abends ist der Klarinettist David Orlowsky, der in den Gefilden von Weltmusik und Klezmer zu Hause ist. Man darf also eine spannungsreiche Begegnung erwarten zwischen der modernen Klarinette Orlowskys und den barocken Klängen der Lautten Compagney. Auf dem Programm steht neu arrangierte Musik des englischen Komponisten Henry Purcell.

Orpheus und Euridike im Visier

Am Samstag geht in der Kulturkirche die „Lange Nacht der Oper“ über die Bühne. Ins Visier genommen wird der Mythos um den Sänger Orpheus und seine Geliebte, die Nymphe Eurydike. Bekanntlich stieg Orpheus in die Unterwelt hinab, um durch den Zauber seiner Musik den Höllengott zu bewegen, die verstorbene Eurydike wieder zum Leben zu erwecken.

Im ersten Teil des Abends führt die Lautten Compagney Monteverdis „Orfeo“ auf, die erste Oper der Musikgeschichte. In der Titelrolle: der Bariton Florian Götz, der nach einem Engagement am Erfurter Theater in den Konzertsälen von München, Amsterdam oder New York Karriere macht.

Wer aber hat Eurydike umgebracht? Und ist der Deal zwischen Orpheus und dem Höllengott der Unterwelt eigentlich fair? Nach dem Schlussakkord nimmt der „echte“ Staatsanwalt Gunnar von Wolffersdorf die Handlung der Oper in strafrechtlicher Hinsicht auseinander.

Auch der Höllen-Cancan fehlt nicht

Den Abschluss der „Langen Nacht“ macht ein Streifzug durch die Operngeschichte, wobei Offenbachs Operetten-Persiflage „Orpheus in der Unterwelt“ mit dem turbulenten Höllen-Cancan nicht fehlen darf.

Einen intimen Konzertrahmen bietet die spätgotische Siechenhauskapelle inmitten des kleinen Altstadtviertels, das der große Brand von 1787 übrig ließ. Hier gibt der Gitarrist Silvio Schneider am Freitag ein Nachtkonzert zwischen Pop und Jazz.

Konzertreihe erlebt 7. Auflage

Die Aequinox Musiktage in Neuruppin gehen bereits in die siebte Auflage. Auftrittsorten sind neben der Kulturkirche des Stadt die Siechenhauskapelle, die Neumühle Molchow und die Kirche in Langen.

Die Tagundnachtgleichen fallen auf den 20. oder 21. März und den 22. oder 23. September. Sie markieren den kalendarischen Anfang der astronomisch definierten Jahreszeiten Frühling und Herbst.

Karten gibt es über die MAZ-Ticketeria unter 0331-2840 284. Weitere Informationen finden Sie unter www.ruppinerfestspielland.de

Auch die Umgebung wird in das Festival einbezogen, darunter der Kornspeicher Neumühle in Alt-Ruppin, der heute ein Antiquitäten-Lager beherbergt. Hier läuft ein „Don Quichote“-Hörstück, das die Lautten Compagney zusammen mit der Schauspielerin Mechthild Großmann gestaltet, der „Staatsanwältin“ im Münsteraner Tatort. Sie wird dem Pferd Rosinante ihre Stimme leihen.

Eine Landpartie geht am Samstagnachmittag in das zu Fehrbellin gehörende Dörflein Langen. In der Stüler-Kirche tritt das amerikanische, Grammy-nominierte Gesangsquartett „New York Polyphony“ auf. Das Ensemble beweist seine Vielseitigkeit mit einem Programm, das von der Renaissance über Haydn und Schubert bis ins 20. Jahrhundert reicht.

Zum Abschluss erklingt am Sonntagnachmittag in der Siechenhauskapelle ein barockes auskomponiertes Kochbuch. Vom Ensemble „Les Gourmands“ werden die Rezepte gesungen und pantomimisch zubereitet, wobei ein Plüsch-Suppenhuhn zum Einsatz kommt.

Von Antje Rößler

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