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Fürs kollektive Selbstporträt: Leute, filmt!

Regisseur Sönke Wortmann stellt „Deutschland. Made by Germany“ vor Fürs kollektive Selbstporträt: Leute, filmt!

Das gab es noch nie: Einheimische, Flüchtlinge und Touristen sind aufgerufen, sich und ihre Geschichten aus und über Deutschland zu erzählen. Gedreht werden darf jedoch nur am 20. Juni! Erfolgs-Regisseur Sönke Wortmann („Die Päpstin“) bastelt aus vielen Einzelfilmchen dann den Kinofilm „Deutschland. Made by Germany“.

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Regisseur Sönke Wortmann animiert die Deutschen, am 20. Juni zu filmen.

Quelle: dpa/Jens Kalaene

Berlin. Dichter, Denker, Döner – das ist Deutschland. Aber auch das, leider: Spekulanten, Ignoranten, Dilettanten. Mit markigen Dreier-Kombis wird für das filmische Mammutprojekt „Deutschland. Made by Germany“ geworben. Die Republik kann und soll schließlich alles Mögliche sein. Je bunter, desto besser: Am 20. Juni sind alle Deutschen aufgerufen, sich und ihre Geschichten aus ihrer Heimat zu filmen. Daraus soll dann ein „kollektives Selbstporträt“ fürs Kino entstehen. Das künstlerische Zepter hält Regisseur Sönke Wortmann („Der bewegte Mann“, „Die Päpstin“) in Händen, die Produktion die Egoli Tossell Film. Am Freitag ist das Vorhaben im Berliner „Zoo Palast“ präsentiert worden. Wortmann rief auch ausdrücklich Flüchtlinge auf, sich zu beteiligen. Touristen übrigens auch. „Wir wollen einen Querschnitt, keine Feierveranstaltung abbilden.“

100 000 Filme seien das Ziel, sagte Produzentin Judy Tossell. In Italien machten bei einem ähnlichen Projekt 45 000 Menschen mit. Ansehen muss sich Wortmann nur einen kleinen, feinen vorausgewählten Teil der Beiträge. Zuvor sichtet ein 16-köpfiges Team mehrere Tausend Stunden Material. Denn eine zeitliche Obergrenze gibt es nicht. Maximal könne ein 24-stündiger Film eingereicht – „so lang eben ein Tag dauert“, witzelt Producer Daniel Ehrenberg.

Gedreht werden dürfe bis auf Pornos oder politische Proklamation eigentlich alles, sagt Judy Tossell. Am Ende soll ein etwa 100-minütiger Kinofilm stehen – Wortmann zufolge dafür die „ideale Länge“. Vorstellbar sei, besonders spannende oder anrührende Geschichten im Netz weiterzuerzählen.

Vom Filmgymnasium aus Potsdam-Babelsberg gab es bereits Mitmach-Signale: „Ich weiß, dass einige unsrer Schüler an diesem Tag mit ihren Filmproduktionen unterwegs sind, denen werde ich den Aufruf in die Hand drücken. Vielleicht fange auch ich am 20. Juni einige Impressionen ein“, sagte Uwe Fleischer, Filmkoordinator des Gymnasiums. „Einen Tag in solcher Breite zu dokumentieren, ist toll. Darin spiegelt sich das wirkliche Leben wider.“

Mammutprojekt

Als Vorbild des Mammutprojekts „Deutschland. Made by Germany“ diente „Life In A Day“ der Produktionsfirma Scott Free von Regisseur Ridley Scott („Alien“) aus dem Jahr 2010, mit dem das Videoportal YouTube fünfjähriges Bestehen feierte.

Scotts Aufruf folgten damals mehr als 80 000 Menschen weltweit. 4500 Stunden Material verarbeitete das Team zu einem 94-minütigen. Bislang wurde „Life In A Day“ rund elf Millionen Mal auf YouTube gesehen.

In Großbritannien, Japan und Italien gab es bereits Ableger des Projekts.

Wer filmt, darf sich an drei vorgegebenen Fragen entlang hangeln: Was macht dich glücklich? Wovor hast du Angst? Was bedeutet Deutschland für dich?

Gefilmt werden kann mit Kameras, Smartphones oder Tablets. Nach dem Drehtag am 20. Juni haben Teilnehmer drei Wochen Zeit, ihre Filme auf den Internetseiten www.madeby.de oder www.facebook.com/madebygermany hochzuladen oder analoge Werke per Post einzuschicken.

Wer spontan etwas zu sagen hat, kann auch direkt die Webcam verwenden.

Für das Projekt werben als Botschafter die Schauspieler Michael Gwsidek, Armin Rohde und Annette Frier, die Bands Die Fantastischen Vier und The BossHoss, Rapper Eko Fresh, Fußball-Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff und Eislauf-Olympiasiegerin Katarina Witt.

Am 5. Juni 2016 kommt „Deutschland.

Made by Germany“ hierzulande in die Kinos.

Weitere Infos unter www.madeby.de

Von Ricarda Nowak

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