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Kultur Soft, sympathisch und subtil
Nachrichten Kultur Soft, sympathisch und subtil
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18:20 13.10.2017
Macht auf sich bekannt: Josh Pyke. Quelle: Promo
Potsdam

Von den Beatles lernen, heißt sie lieben lernen. Für die Lieder von Josh Pyke lässt sich das definitiv behaupten. Zumindest kann man die Aussage tätigen, dass der Australier offenbar seinen George Harrison mal ziemlich genau studiert hat. Dessen bereits 47 Jahre alte Großtat „All Things Must Pass“ dürfte doch phasenweise und begeisterungswürdig Pate gestanden haben.

Zwischen unerhörter Melodienseligkeit, einem gewissen, dabei nie grüblerischen Hang zur Melancholie und frohgemuten intelligenten Texten samt munteren Tempovorstößen bezieht der Sänger mit der Gitarre – daheim avancierte er bereits vor zehn Jahren mit seinem Debüt zu einem der erfolgreichsten Musiker –weitere Inspirationen ebenfalls aus den Siebzigern, von Fleetwood Mac etwa. Allerdings ließe sich die Ahnen-Reihe der Soft-Rocker, die gerade und gern wiederentdeckt werden, auch von REM bis hin zum verehrten und früh verstorbenen Elliott Smith aus den USA oder zu den Kings Of Convenience verlängern, den norwegischen Vertretern der inzwischen auch nicht mehr so jungen Pop-Akustik-Bewegung „Quiet is the new loud“.

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Alter Held in Höchstform: Was für wundervolle Schlenker, die David Crosby da macht. Der Songwriter, seit den großen Tagen mit Stills, Nash und Young eine amerikanischen Legende, strotzt im Moment voller Schaffenskraft. Diesmal umgibt der 76-jährige Folkrock-Pionier mit der sinnlichen Stimme seine Songs mit viel jazzigem Flair. Flirrende funky Orgeln, fein ziselierte Gitarrenspuren, einfühlsames sachtes Saxofon. Variabel gestalten Crosby und Co., darunter sein Sohn James Raymond, auch Tempo und Grooves. Die Stücke haben so unerhört viel Seele wie ihr Sänger. Sie atmen trotz aller Komplexität.

David Crosby: Sky Trails. BMG/Warner.

Erst im vergangenen Jahr ließ der hochproduktive Musikant sich seine famos feinsinnigen Stücke vom Sydney Symphony Orchestra umschmeicheln und verzieren. Hierzulande hat er nun die Platte „Best Of Rarities & B-Sides“ im Tourgepäck – ein Doppelalbum, randvoll mit einem bemerkenswerten Querschnitt durch sein künstlerisches Werk. Spätestens nach seinem hiesigen Auftritt dürfte der obersympathische Songwriter, der mehrfach mit Michael David Rosenberg, besser bekannt als Passenger, zusammenarbeitete und im Dezember 40 Jahre alt wird, kein Geheimtipp mehr sein.

Liebenswerter Musik-Vagabund: Stu Larsen. Quelle: Promo

Wer Pyke und Passenger sagt, der muss auch über Ed Sheeran und Stu Larsen reden – eine weitere Künstlerfreundschaft. Längst macht Larsen, geboren in, sein eigenes Ding. Beinahe pausenlos auf Achse, entstehen seine Platten nebenher auf den Tourneen. Was eine gewisse Logik hat. Denn die Eindrücke on the road finden sich dann in den neuen Stücken. Wie auf dem jüngsten Album „Resolute“. Gleich, ob er die Liebste in Amsterdam trifft oder sie derweil im Zug nach Deutschland sitzt – in Gedanken ist er immer bei ihr. Sanft und anmutig kommen seine zehn neuen, intim instrumentierten Lieder daher. Nähe und Ferne thematisiert Stu nicht bloß einmal, der Stromer mit der Sechssaiter und der ungestillten Sehnsucht. Er ist wieder da. Ganz bescheiden. Larsen möchte bloß eine kleine Melodie singen – mit einem hübschen Mädchen. Weil Zweisamkeit mehr Spaß macht.

Die Konzerte: Josh Pyke spielt am Sonntag, dem 15. Oktober, um 20 Uhr im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg. Stu Larsen gastiert am Sonntag um 20 Uhr im Bi Nuu in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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