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Kultur Soul-Party: Umsonst und draußen
Nachrichten Kultur Soul-Party: Umsonst und draußen
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21:57 27.08.2017
Einen Namen, den man sich schnellstens merken sollte: D/troit aus Kopenhagen. Quelle: Promo
Potsdam

Oh kommt! Kommt alle! Schmiegt euch aneinander. Oder tanzt. Oder tut – beides. Denn die Dänen von D/troit werden euch schon Beine machen. Die ungewöhnliche Schreibweise des Bandnamens mal außer Acht gelassen, dieser Fünfer geht eigentlich durch als Direktimport aus der Motorcity. Schnurstracks marschieren die Jungs los. Keine Hemmungen. Hochmotiviert spielen sie, das sie lieben: Soul und das, was nach den glorreichen Sechzigern kam.

Bewegungsaktiv wie James Brown. Sensitiv wie Marvin Gaye. Eingängig wie die Vertreter des Northern Soul aus Großbritannien. Die Jungs aus Kopenhagen vereinen auf ihrem Debütalbum „Soul Sound System“ so viele Vorteile auf sich. Sie spielen wie besessen. Mit Respekt vor ihren Vorgängern, aber ohne Demut. Den Kniefall, den Zusammenbruch, den Bühnentod konnte der mit Pelzrobe und Krone schwer beladene James Brown, der Godfather of Soul, ohnehin am besten.

So voller Tatendrang stecken sie und erinnern damit an forschen Commitments aus dem gleichnamigen Kinofilm. Wer erinnert sich noch? Als diese jungen Iren den Soul für sich entdeckten, da war’s um sie geschehen. Gleiches dürfte D/troit widerfahren sein. Hingerissen von ihnen war auch Gabe Roth. Der Mitbegründer von Daptone Records ist ein Koryphäe in Sachen Retro-Soul. Schließlich arbeitete er mit Sharon Jones, Charles Bradley und Amy Winehouse.

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Wen soll man mehr rühmen? Den Sänger Sugaray Rayford, der wortwörtlich Größe beweist? 1,95 Meter und eine Riesen-Stimme. Oder Luca Sapio, den Italiener, der nicht nur die Soul-Szene seiner Heimat zum Kochen bringt? Nicht zuletzt, weil man ihn zum Perlentaucher des Genres küren sollte. Sapio will Sugaray endlich die Aufmerksamkeit verschaffen, die er fraglos verdient. Der Texaner fühlt jeden seiner Songs. Urgewaltig und sanft. Seine Stimme – geschult an Gospel und Blues – trifft Herz und Hirn gleichermaßen. Außergewöhnlich und zur Freude seiner Ahnen wie Solomon Burke oder Muddy Waters.

Sugaray Rayford: The World We Live In. Blindfaith Records/Groove Attack.

Jeder Soul-DJ, der etwas auf sich hält, wird immer ein paar Songs von Sunny & the Sunliners auf Tasche haben. Die Rede ist von Sunny Ozuma. Seit mehr als einem halben Jahrhundert befeuert dieser unvergleichliche Sänger, Songwriter und Bandleader mit mexikanischen Wurzeln den Soul-Train. Seither sind seine Lieder gefragt, gleich ob auf Englisch oder Spanisch gesungen. Sunny setzte San Antonio, Texas, auf die musikalische Landkarte. Diese Werksauswahl des Stars der Tejano-Szene – zusammengestellt wie ein Album – beweist das. Ausdrücklich. Alte Fans werden sie genießen, die neuen begeistert über ihre Entdeckung sein.

Sunny & the Sunliners: Mr. Brown Eyed Soul. Big Crown/Groove Attack.

Wir können uns glücklich schätzen, dass es uns heutigen Tags nicht an kompetenten Soul-Adepten mangelt. Die sich so überraschend wie überzeugend ins Zeug legen. Stammen sie nun aus Dänemark wie D/troit. Oder aus Spanien wie Shirley Davis & The Silverbacks. Oder aus Finnland wie Nicole Willis and The Soul Investigators.

Radio Eins versüßt uns zu seinem 20. Geburtstag ja noch weitere Abende – mit Odd Couple, Adam Wendler oder Horst Evers. Nicht alle bekannt? Entdeckt die Möglichkeiten!

Konzert: D/troit spielen am Mittwoch, dem 30. August, um 20 Uhr beim Radio Eins Parkfest in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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