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Kultur Staffelübergabe im Nikolaisaal
Nachrichten Kultur Staffelübergabe im Nikolaisaal
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18:53 30.05.2018
Der südafrikanische Geiger Daniel Hope zählt in der neuen Saison zu den Stargästen des Nikolaisaals. Quelle: Foto: dpa
Innenstadt

Am 1. September ist es so weit. Dann bekommt der Potsdamer Nikolaisaal eine neue Führungsriege. Geschäftsführerin Heike Bohmann und Programmdirektor Michael Dühn werden das Zepter übernehmen. Andrea Palent, Chefin des Hauses seit der Eröffnung vor 19 Jahren, will danach nicht in Rente gehen, aber entschleunigen. Am Mittwoch stellte sie das Programm für 2018/19, ihre letzte Saison, vor und hat noch mal Gas gegeben. Stars aus allen Sparten geben sich die Ehre: vom Klassik-Geiger Daniel Hope über den Jazz-Pianisten Brad Mehldau bis hin zu Hannelore Elsner in einer musikalischen Lesung.

Orchester aus dem Land als Eckpfeiler

Ein Eckpfeiler des Programms sind die Orchester aus dem Land Brandenburg: die Brandenburger Symphoniker und das Staatsorchester Frankfurt mit seinem neuen Chefdirigenten Jörg-Peter Weigle. Das Filmorchester Babelsberg feiert sein 100-jähriges Bestehen mit Gästen wie DJ Mousse T. oder Police-Gründer Stewart Copeland. Zur Saison-Eröffnung am 25. August gibt es eine Gala der Krimi-Filmmusik.

Auch die Kammerakademie Potsdam, Hausorchester des Nikolaisaals, stellte die neue Spielzeit vor. KAP-Chefdirigent Antonello Manacorda erfüllt sich den Wunsch einer Aufführung der vier Brahms-Sinfonien. „Brahms schrieb eigentlich für ein größeres Orchester“, sagt er. „Wir wollen den Klang entschlacken und neue Blickwinkel bieten; mit unserer besonderen Kombination von modernen Streichern und historischen Blechbläsern. Ich bin sehr gespannt auf dieses Experiment.“ Um die vier Sinfonien rankt sich Ende März ein ganzes Wochenende mit Brahms’scher Kammer-, Klavier- und Chormusik. Andrea Palent nennt das Ganze eine „Verjüngungskur für Brahms“.

Heike Bohmann, künftige Geschäftsführerin, und Michael Dühn, künftiger Programmdirektor, betrachten bei der Jahres-Pressekonferenz des Nikolaisaals das neue Programm. Quelle: dpa-Zentralbild

„Übergänge“ lautet das Saison-Motto der Kammerakademie. Ein Werk des Übergangs ist auch Franz Schuberts „Große“ C-Dur-Sinfonie, die zur Saisoneröffnung am 24. August erklingt. „Sie sprengt klassische Dimensionen und weist weit in die romantische Epoche voraus“, erklärt Manacorda.

KAP-Artist in Residence ist der britische Cellist Steven Isserlis, der laut Manacorda mit seiner unkonventionellen Art bestens zur Kammerakademie passt. „Steven leitet das Ensemble vom Cello aus“, erzählt der Dirigent. „Das ermöglicht ganz andere Perspektiven auf die Musik.“

Bekannte Gastmusiker werden aufspielen

Die Kammerakademie hat bekannte Gastmusiker engagiert; etwa die Klarinettistin Sabine Meyer oder die Geigerin Veronika Eberle. Zu Pfingsten verdreifacht sich der Promi-Faktor: Drei Holzbläser der Berliner Philharmoniker – Flötist Emmanuel Pahud, Klarinettist Andreas Ottensamer und Albrecht Mayer an der Oboe – stehen dann zum ersten Mal in ihrem Leben gemeinsam als Solisten auf der Bühne.

Weitere Saison-Höhepunkte der Kammerakademie sind eine Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“ am 7. Oktober und die „Potsdamer Winteroper“, die ab 22. November in der Friedenskirche Händels Oratorium „Theodora“ in Szene setzt.

Jahr für Jahr nimmt das pädagogische Programm von Nikolaisaal und Kammerakademie an Umfang zu. „Das macht inzwischen die Hälfte unserer Arbeit aus“, meint Andrea Palent. „So wächst nach und nach unser zukünftiges Publikum heran.“ Die scheidende Nikolaisaal-Chefin erinnert sich an die Anfänge vor 19 Jahren: „Damals schwebte uns ein ‚Konzerthaus für alle’ vor“, erzählt sie. „Heute bieten wir Veranstaltungen für alle Generationen an, von den Babys bis zu den Senioren. Außerdem ist der Nikolaisaal ein Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber.“

Ein lebendiges „Konzerthaus für alle“ kann Andrea Palent der neuen Leitung übergeben. Heike Bohmann leitet bereits seit sieben Jahren die kaufmännischen Geschicke des Hauses. Michael Dühn kommt neu nach Potsdam; nach Stationen als Orchestermanager in Freiburg, Aachen und Dortmund. Auch hinter den Kulissen, bei Dramaturgie und Musikvermittlung, gibt es neue Gesichter.

Von Antje Rößler

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