Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Diese märkischen Schlösser werden in den kommenden Jahren saniert
Nachrichten Kultur Diese märkischen Schlösser werden in den kommenden Jahren saniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 11.03.2019
Sanierungsbedürftig sind die Römischen Bäder im Park Sanssouci Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Brandenburgs preußisches Erbe ist eine permanente Baustelle. In den vergangenen zehn Jahren wurden vom Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg durch ein Sonderinvestitionsprogramm insgesamt 155 Millionen Euro verbaut, um die teilweise recht maroden Gebäude in Berlin und Brandenburg vor dem Verfall zu retten.

Im vergangenen Jahr wurde ein zweites Sonderprogramm in Höhe von 400 Millionen Euro aufgelegt. „Eine große Chance für die Stiftung“, so der neue Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser Berlin-Brandenburg, Christoph Martin Vogtherr. Eine Chance, um die Gebäude, wenn schon nicht komplett zu sanieren, so doch wenigstens vor dem Verfall zu retten. Eine nie endende Sisyphos-Aufgabe.

400 Millionen Euro stehen bereit

Die 400 Millionen Euro sollen bis 2030 ausgegeben werden. Der Bund übernimmt davon 200 Millionen Euro, Brandenburg 131 Millionen Euro, Berlin 69 Millionen Euro. Für das laufenden Jahr stehen 170 Millionen Euro bereit, mit denen 26 Vorhaben angegangen werden sollen. Viel sehen werde man davon erstmal nicht, denn 2019 wird erstmal geplant, sagt Vogtherr. Gebaut wird also später. Hier ein paar Beispiele, was sich in den kommenden Jahren in Brandenburgs Schlössern tun wird.

Orangerieschloss

Die Türme und Turmgalerien des Orangerieschlosses im Park Sanssouci sind nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder öffentlich zugänglich. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das Gebäude wurde in den vergangenen Jahren schon ziemlich aufgehübscht. 2015 wurde das Dach repariert. Anschließend kamen die Fassaden des Südost-Pavillons dran. Mittlerweile sind auch die Türme wieder intakt. Für insgesamt 22 Millionen Euro soll in den kommenden zehn Jahren die Außenhaut des Schlosses weiter saniert werden.

Kleines Schloss in Babelsberg

Blick zum Kleinen Schloss im Park Babelsberg. Quelle: MAZ

Das 1841/42 im neogotischen Stil umgebaute ehemalige Gärtnerhaus im Park Babelsberg mit seinen hübschen Giebelrisaliten, Erkervorbauten und Ecktürmchen muss dringend renoviert werden. Geplant ist für die kommenden Jahre eine Sanierung der Fassaden und des Daches.

Meierei im Park Sanssouci

Die Meierei am Kuhtor im Park Sanssouci wird saniert. Quelle: Rainer Schüler

Die Meierei am Kuhtor im Park um das Schloss Charlottenhof war ursprünglich das Wohnhaus des Parkgärtners Carl Christian Handtmann. In den Jahren 1834/35 wurde es nach den Plänen von Ludwig Persius umgebaut. Es gehörte samt Gehilfswohnungen im östlichen Anbau und einem Hof für Stallungen zum Ambiente des 1826 bis 1829 gestalteten Parks. Derzeit befindet sich das Gebäude in einem dermaßen jämmerlichen Zustand, dass es seit Jahren leer steht. Nun sollen Fassaden, Dächer, sämtliche Innenräume sowie die komplette Technik erneuert werden, damit es wieder bewohnt werden kann.

Römische Bäder

Sanierungsbedürftig sind auch die Römischen Bäder im Park Sanssouci. Quelle: Bernd Gartenschläger

Als optisches Gegenstück zum Schloss Charlottenhof entstanden im Potsdamer Park Sanssouci 1829 die Römischen Bäder. Die Idee dafür hatte der damalige Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) skizziert. Die Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841)und Ludwig Persius (1803-1845) planten und bauten das Teil schließlich. Heute ist das gesamte Ensemble mit Bädern, Pavillon, römischen Podiumstempel, Arkadenhalle und weiteren Gebäuden in einem ziemlich desolaten Zustand. Der gesamte Komplex muss von Grund auf instand gesetzt werden: Stützmauern, Fassaden, Dächer, Innenräume, Gartenanlagen, Höfe, Loggien, Pergolen, Brunnen, Skulpturen – fast alles muss neu gemacht werden. Die Planungen dafür laufen seit diesem Jahr auf Hochtouren.

Neues Palais

Wintersonne über dem neuen Palais Quelle: Anne Knappe

Das von 1763 bis 1769 von Gottfried Büring (1723-1788) und Carl von Gontard (1731-1791) im Westen des Parks Sanssouci errichtete Neue Palais beherbergt ein Theater. Dieses Schlosstheater soll irgendwann einmal wieder bespielbar werden. Seit 2014 ist es für Besucher geschlossen. Die Gründe: Der Dachstuhl musste saniert werden. Außerdem wurden erhebliche Brandschutzmängel festgestellt. Das gesamte Theater ist zudem mit einen giftigen Holzschutzmittel kontaminiert. Derzeit findet eine Feinreinigung des Theaters statt, wird an einen Konzept zum Umgang mit der Schadstoffbelastung und am Brandschutz gearbeitet. Bis Mitte 2020 soll das Theater wieder bespielbar sein. Hans-Otto-Theater, Kammerakademie Potsdam und Musikfestspiele Sanssoucie könnten die Räume nutzen.

Villa Liegnitz

Villa Liegnitz in Sanssouci wird saniert. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die schicke Villa im südöstlichen Teil des Parks Sanssouci wurde 1841 von dem Schinkel-Schüler Albert DietrlichSchadow (1797-1869) entworfen. Mehrfach umgebaut, war sie von 1949 an Sitz der Potsdamer Pädagogischen Hochschule. Zuletzt war der Verwaltungstrakt der Schlösserstiftung darin untergebracht. Das Gebäude ist ziemlich runter. Die Dächer müssen vollständig saniert werden, die Fassaden und Innenräume gehören dringend neu gemacht. Auch die Gebäudetechnik lässt zu wünschen übrig. Wenn alles wieder in Ordnung gebracht ist, sollen dort wieder Büros der Stiftung unterkommen.

Schloss Babelsberg

Frühling im Februar, hier am Schloss Babelsberg. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der ehemalige Sommersitz Wilhelms I. und seiner Frau Augusta wird schon seit 2013 generalüberholt. Dächer, Fassaden, Fenster, Türen wurden erneuert. Auch die Terrassen, Treppen und Brunnen wurden saniert. Nun sind einige der Innenräume dran. Außerdem soll ein neuer Besucherempfang eingerichtet werden.

Wie gesagt: Sehen wird man von den Vorhaben in diesem Jahr noch nicht viel. 2019 wird bei der Schlösserstiftung das Jahr der Planung. Konzeptionen erarbeitet werden unter anderem noch für die Sanierung des Damenhauses, des Roten und des Weißen Hauses im Neuen Garten in Potsdam. An der Historischen Mühle am Eingang zum Park Sanssouci soll ein neues Besucherzentrum gebaut werden.

Außerhalb Potsdams will sich die Stiftung das Logierhaus in Caputh (Potsdam-Mittelmark) vornehmen. Derzeit laufen die Planungen für eine Gesamtsanierung. Und selbstverständlich soll auch in Berlin etwas passieren. Schloss Charlottenburg soll ein neues Besucherzentrum erhalten und den östlichen Seitenflügel saniert bekommen. Und auch das Schloss auf der Pfaueninsel muss von Grund auf saniert werden. Deshalb ist es seit 2018 geschlossen.

Von Mathias Richter

Jahrzehntelang galt die Porträtskizze als Kriegsverlust. Nun ist eine Menzel-Grafik zurück im Berliner Kupferstichkabinett. Dabei wäre das Blatt fast versteigert worden.

11.03.2019

Wegen eines Streits um sexuelle Belästigung durch Jean-Claude Arnault und ausgeplauderte Preisträger wurde der Literaturnobelpreis 2018 nicht vergeben. Nun soll er in diesem Jahr deshalb doppelt vergeben werden. Doch das finden nicht alle gut.

11.03.2019

Die Märkischen Schösser ziehen immer weniger Touristen an. Der neue Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Christoph Martin Vogtherr will das ändern.

14.03.2019