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Kultur Stimmwunder und Saitenmagier
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08:15 23.03.2017
Unvergleichliches Duo: Veronika Harcsa und Bálint Gyémánt. Quelle: Promo
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Potsdam

Eine bewundernswerte Konsequenz legen diese beiden Musiker an den Tag - Veronika Harcsa und Bálint Gyémánt. Klavier, Bass und Bläser, Gitarre und Drums – das war einmal und kann – wenngleich nicht ohne gewisse Reize – auf den früheren Platten von Veronika mit Gewinn nachgehört werden. Dennoch die Reise der Sängerin und des Gitarristen geht längst in eine andere Richtung. Wie auf ihrer jüngsten Platte „Tell Her“.

Das große Drum und Dran haben die Ungarn darauf – bereits zum zweiten Mal – beiseite gelegt. Bálint, der umfassend ausgebildete und unfassbar sensible Saiten-Zauberer, und Veronika, die einst das Spielen von Klavier und Saxofon erlernte, in Clubs, die Jazz spielten ein- und aus ging, und die schließlich ihr Informatikstudium hinschmiss, um sich fortan nur noch dem Gesang zu widmen. Das Duo lotet aus, was Umfang von Stimme und die Behandlung von sechs Saiten so hergeben. Sehr viel, wie man hört.

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Ganz und gar, mit Haut und Haar geben sich Stefanie Boltz und Sven Faller ihren Songs hin. Die kommen unmittelbar, pur, ungeschminkt, nackt, ja barfuß daher. Kein Wunder. Es sind ja nur Gesang und Bass, die sich dem Urteil des Publikums aussetzen. Doch nicht unterwerfen. Le Bang Bang, diesen Namen gaben sich Stefanie und Sven, formen spannungsgeladene Stücke mit Lust und Intuition. Hier eine an Wandlungen reiche Stimme. Dort der Kontrabass, der mal umgarnt und swingt, mal per Slaptechnik bedient oder gestrichen wird, der Soli und manche überraschende Wendung formuliert und schon mal als Trommel herhalten kann. Apropos Wendungen: Was das Duo aus „Time After Time“ von Cindy Lauper oder „You Send Me“ von Sam Cooke macht, das erlebt man am besten im Konzert.

Le Bang Bang: Pure. GLM/Soulfood.

Konzert: Le Bang Bang treten am 2. April, um 21 Uhr im B-Flat in Berlin-Mitte auf. Im Doppelkonzert mit dem Alexa Rodrian Duo.

Obwohl diese Kombination schon etwas hinüber ins Fach der Singer und Songwriter ragt, spielen Langsamkeit und Stille eine wichtige Rolle. Sodann wird Veronikas Stimme geloopt und zum Chor vervielfacht, der um sie herum schreitet oder schwebt, der an- und abschwellt. Meisterhaft verwoben. Den einen oder anderen sachte eingestreuten elektronischen Taktgeber gibt es auch, ein Pulsieren oder so ein klitzekleines Britzeln, das der Nadel in der Plattenrille nahekommt. Echos geistern herum, den einen oder anderen gezielt eingesetzten Effekt gibt es. Die Gitarre, das merkt man rasch, ist ein Klangkörper, dem Bálint ein ganze Reihe perkussiver Sounds entlockt. Sogar nervöser Funk, wilder Blues und schräge Elektronik haben mitunter Platz. Veronika kann gut und gern als die jüngere Schwester von Joni Mitchell oder Sara K durchgehen. Aufregend furchtlos.

Konzert: Veronika Harcsa und Bálint Gyémánt gastieren am Sonntag, dem 26. März, um 20 Uhr im A-Trane in Berlin-Charlottenburg.

Von Ralf Thürsam

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