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Nachrichten Kultur Studio Babelsberg goes China
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00:17 18.06.2016
Wang Xiaojun und Ren Zhonglun von der Shanghai Film Group mit Carl Woebcken und Christoph Fisser vom Studio Babelsberg. Quelle: Privat
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Potsdam/Shanghai

Bislang hatte das Studio Babelsberg fest den Westen im Blick, sorgte dafür, dass Hollywood-Stars in den traditionsreichen Studios drehten und fädelte immer mal wieder eine Koproduktion mit den Amerikanern ein. Jetzt planen die Studios, nach China zu expandieren. Man wolle eng mit der Shanghai Film Group zusammenarbeiten, hieß es gestern am Rande des Shanghai Film Festivals. Mit Hilfe aus Babelsberg sollen unter anderem die chinesischen Filmstudios modernisiert und Spezialisten ausgebildet werden. Vor allem in den Bereichen Art Department, Logistik und Herstellungsleitung sollen die Chinesen unterstützt werden. Schließlich wissen die Babelsberger, wie man erfolgreich ein Studio führt und können den Shanghai Film Studios beratend und gewinnbringend zur Seite stehen. „Wir sehen für Studio Babelsberg in China eine große Chance, international zu expandieren. Wir wollen gemeinsam einen „Production Service“ in Shanghai etablieren, der in der Lage ist, nach internationalen Standards große internationale Filmprojekte in China zu realisieren“, erklärte Studiochef Carl Woebcken.

Es ist nicht zu befürchten, dass Studio Babelsberg langfristig nach China verlegt wird. Es geht vielmehr darum, Synergien zu schaffen und zu nutzen. „Die Filmproduktion findet zunehmend global statt. Es ist wichtig für uns, internationale Netzwerke zu schaffen“, so Studio-Sprecher Eike Wolf gestern. Darüber, wann die angestrebte Kooperation beginnt und ob bereits erste internatonale Filmprojekte geplant sind, war gestern nichts zu erfahren. Nur so viel: Es handelt sich um eine „Absichtserklärung für eine strategische Zusammenarbeit“. Anders ausgedrückt: Es könnte noch etwas dauern.

Die Shanghai Film Group ist mit einem Marktanteil von über sieben Prozent eines der größten Filmproduktionsunternehmen in China. Gleichzeitig ist sie verantwortlich für mehr als 1800 Kinoleinwände und bündelt zahlreiche Firmen unter einem Dach, darunter die Shanghai Film Studios, die zu den traditionsreichsten Filmstudios des Landes überhaupt zählen. Entwicklung, Produktion und Auswertung von Film- und Fernsehformaten seien, laut Pressemitteilung, das Hauptgeschäft der Studios.

Das chinesische Kino hat nicht nur wegen anhaltender Zensur Probleme. Der Mangel an Kinos, die hohen Eintrittspreise und ein florierender DVD-Schwarzmarkt bereiten der Filmindustrie zunehmend Schwierigkeiten.

Von Claudia Palma

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