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Lola-Hoffnungen für einen Babelsberger

Deutscher Filmpreis: Szenenbildner Thomas Stammer mit „Elser“ nominiert Lola-Hoffnungen für einen Babelsberger

Mit sieben Nominierungen geht Oliver Hirschbiegels Widerstandsdrama „Elser – Er hätte die Welt verändert“ als Favorit ins Rennen um den Deutschen Filmpreis, der am Freitagabend verliehen wird. Auf die Lola fürs beste Szenenbild dürfen der Babelsberger Filmhochschul-Absolvent Thomas Stammer und Kollege Benedikt Herforth hoffen.

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Thomas Stammer

Quelle: Daniel M. Linder

Potsdam. Von einer „geschlossenen grauen Farbigkeit“ zu schwärmen, das schaffen wohl nur Szenenbildner. Der bayerische Ort Weidenberg besitzt diese optische Eigenschaft, die Gold wert war für den Dreh über den gescheiterten Hitler-Attentäter Georg Elser. Weidenberg wurde für Oliver Hirschbiegels Drama „Elser – Er hätte die Welt verändert“ zu Königsbronn, wo der mutige Widerständler einst wohnte. „Eine Woche haben wir die Gemeinde komplett lahm gelegt“, erzählt Szenenbildner Thomas Stammer (50), der mit seinem Kollegen Benedikt Herforth (64) „Elsers“ Filmwelt schuf.

Warum nicht am Originalschauplatz gefilmt wurde? Nun, Weidenberg habe filmisch mehr geboten, sei hügelig statt flach, der Platz um den Rathausmarkt wirke wie eine Bühne, der Ort musste nicht patiniert, also auf alt getrimmt werden. Siebenmal ist „Elser“ für den Deutschen Filmpreis nominiert, der am Freitagabend in Berlin verliehen wird (ZDF, 22.45 Uhr). Stammer, Absolvent der Potsdamer Filmhochschule „Konrad Wolf“, und Herforth dürfen auf die Szenenbild-Lola hoffen. Sie kennen sich aus der hiesigen Hochschule (inzwischen Filmuni). Dort bewarb sich Herforth in den 1990ern für eine Szenografie-Professur, und Stammer saß als studentischer Vertreter in der Kommission.

Ihre Philosophie für „Elser“: Weniger ist mehr, Einfachheit statt Effekthascherei. Wie sich die Nationalsozialisten des alltäglichen Lebens nach und nach bemächtigten, wie viele Deutsche sich vom Regime mitreißen ließen – das zeigen oft nur Details im Gasthaus, in der Fabrik oder das Hakenkreuz aus Ähren auf dem Feld. Minimalistisch in der Ausstattung sind die Szenen, in denen der Schreiner Elser brutal verhört wird. Durch eben diese Reduktion sollen sich Zuschauer auf die Figur konzentrieren, mit ihr verschmelzen. Dass Betrachter auf Distanz zum Geschehen gehen, weil die Umgebung „kulissenhaft“ wirke, das sollte unbedingt vermieden werden, sagte Stammer. Motive wie Gefängniszelle oder der Münchener „Bürgerbräukeller“, in dem am 8. November 1939 Elsers, für Hitler gedachte Bombe 13 Minuten zu früh detoniert, wurden im Studio nachgebaut. In Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und in Südtirol wurde gedreht wurde, aus logistischen Gründen teilten sich zwei Szenenbildner den Job. „Wir sind stolz auf diesen Film, zeigt er doch, dass jeder gegen die Nazis hätte aktiv werden können“, so Stammer.

Von Ricarda Nowak

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