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Willkommen im Reich der Untoten

Tanz der Vampire Willkommen im Reich der Untoten

„Sei bereit“, denn der Graf von Krolock lädt zum Mitternachtsball auf sein Schloss. Im Berliner Theater des Westens dreht sich derzeit die Welt um die transsilvanischen Mythen um das Volk der Untoten. Bei dem Kultmusical „Tanz der Vampire“ ist Gänsehaut garantiert. Wir waren vor Ort und haben uns einen Eindruck verschafft.

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Schaurig-schönes Paar: Mark Seibert und Veronica Appeddu in Tanz der Vampire im Berliner Theater des Westens.

Quelle: dpa

Berlin. Es ist wieder so weit, Graf von Krolock lädt zum Mitternachtsball auf sein Schloss: Im Theater des Westens steht gegenwärtig alles im Zeichen der transsilvanischen Mythen um das Volk der Untoten, das am Tage schläft und in der Nacht wilde Feste feiert. Zum dritten Mal ist das Stage-Theater die Spielstätte des Kult-Musicals. Eines mit internationalem Format und mehr als 7,5 Millionen Besuchern in zwölf Ländern.

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Musicalstar Seibert dunkler als je zuvor

Das Stück erlebte erstmals 1997 seine Bühnentaufe unter der Regie von Roman Polanski. Nach drei Jahren Berlin-Pause erfüllt das Theater des Westens nun eine knisternde Spannung, wenn Musicalstar Mark Seibert auf die Bühne tritt. Viele eingefleischte Vampirfans kommen aus ganz Deutschland, um den neuen Grafen sehen zu können. Erstmals hat er die Rolle des Vampirs in der Musical-Königsklasse übernommen. Für den blonden Star heißt das in erster Linie, dass er sich vor eingefleischten Fans beweisen muss, hatte es doch im Vorfeld viel Wirbel und Skepsis um die Besetzung gegeben.

Doch die Debatten sind vergessen, wenn Seibert auf der Bühne mit seiner Stimmengewalt überzeugt. Er zeigt es seinen Skeptikern entschlossen – das wird mitten im Theater des Westens feierlich zelebriert. Eigentlich ist Mark Seibert für seine recht helle und weiche Stimmfarbe bekannt. Doch er hat offenbar hart an ihr gearbeitet. Zwar kann er nicht mit der Tiefe und Mystik überzeugen wie ein Jan Ammann, bringt dafür aber eine ganz andere Leidenschaft in das Stück und stemmt die stimmstarken und harten Parts. Mark Seibert selbst ist dunkler als je zuvor. Unnahbarer in seiner Rolle als je zuvor. Und er überzeugt sein Publikum, vor allem aber seine Fans mit dem Wechselspiel aus Leidenschaft und Unnahbarkeit. Applaus. Gänsehaut!

Mark Seibert überzeugt in der Rolle des Grafen, der sich nach Leidenschaft im irdischen Leben sehnt.

Quelle: dpa

Tänzer liefern wahrliches Spektakel

Italienerin Veronica Appeddu hat es bei dieser Stimmengewalt eines Seiberts schwer. Es fehlt an Konturen. Appeddu verkörpert die schöne Wirtschaftstochter Sarah. Naiv und mädchenhaft. Ihr Akzent ist für das Publikumsohr zu Beginn ein wenig irritierend. In Duetten kann die Musicaldarstellerin mitunter wenig mit dem Grafen mithalten. Wenn sie die Kraft für die Lautstärke aufwendet, leidet teilweise die Stimmqualität. Am Ende überzeugt sie aber doch noch mit kecken Charakterzügen und einem besonders weiblichen Charme. 

Naiv und mädchenhaft: Veronica Appeddu kann stimmlich zwar nicht mit Mark Seibert mithalten, hat dafür aber besonders kecke Charakterzüge gepaart mit weiblichem Charme.

Quelle: dpa

Dass die Macher mit Tanz der Vampire trotz allem den Nerv der Zuschauer treffen, zeigen aber nicht nur die Starbesetzung mit dem Grafen Seibert, der die weiblichen Fans abholt, die imposanten Bühnenbilder oder die liebevoll und zugleich irrwitzigen Kostüme, sondern auch die beeindruckenden Tanzeinlagen zu teils rockiger, antreibender Musik. Ein wahrliches Spektakel bieten etwa die Tänzer und Tanzdouble der Hauptfiguren in der Traumszene und in den Spiegelszenen auf dem Ball. Auch der schrullige Vampirforscher Professor Abronsius, gesungen von Victor Petersen, überzeugt mit seinen Parts.

Den Vampiren so nah wie nie 

Ganz empfindlich und schreckhaft sollte man übrigens nicht sein, wenn man etwa in Reihe 14 sitzt. Unerwartet, buckelnd, ächzend gibt es hin und wieder die volle Breitseite Gruselschock, bis beinahe schon schwebend der majestätische Graf vorbeizieht. So wird man unweigerlich zum Teil des Musicalspektakels – nah wie nie. Mittendrin.

Imposantes Bühnenbild und irrwitzige Kostüme.

Quelle: dpa

„Tanz der Vampire“ ist insgesamt ein Musicalerlebnis, dass nach Wiederholung verlangt. Vielleicht muss sich dieser vollkommen neue Cast noch ein wenig aufeinander abstimmen und einspielen, etwa wenn das Gesangsensamble eher durchschnittlich miteinander harmoniert und einzelne Parts zuweilen unsauber daher kommen.

Kultmusical bricht Rekorde

Wer sich von Mark Seibert schaurig schön bezaubern lassen möchte, muss sich allerdings ranhalten. Ab Mitte Juli übernimmt Jan Ammann die Rolle. Eine Langzeitproduktion ist das Stück dennoch nicht, denn die Vampire tanzen nur bis zum 25. September. Dann wird das Musical vom Whoopie-Goldberg-Stück „Sister Act“ abgelöst.

Unsterblichkeit bedeutet: Langeweile. Für die Besucher wird es aber ganz sicher nicht langweilig.

Quelle: dpa

Dass Tanz der Vampire in Berlin Kult ist, zeigt ein Rekord: Vorab wurden mehr als 50000 Karten verkauft. Und das imposante und technisch ausgefeilte Musical wird es auch weiterhin bleiben, daran gibt es nichts zu rütteln. Deshalb: „Sei bereit!“, denn die Blutsauger machen die Hauptstadt unsicher.

Von Marieke Lippert

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