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Kultur Blues: Rostig, roh und knochig
Nachrichten Kultur Blues: Rostig, roh und knochig
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19:19 16.04.2019
Dem Zweiergespann steckt der Blues in den Knochen: The Picturebooks. Quelle: Promo
Potsdam

Sie kommen über uns wie ein Hurricane – The Picturebooks. Das Duo aus Gütersloh – eine Stadt in Westfalen, die bislang noch nicht nachdrücklich auf der musikalischen Landkarte Platz fand –, entfesselt einen düster brütenden Sog aus rostigem, archaischem Blues, der erhebenden Kraft des Gospel, einigen Westernfilm-Motiven und Voodoo-Rock.

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Einen Sound hat sie, der geradezu zum Zuhören zwingt – die Resonator-Gitarre. Und John Fairhurst, der in London lebt und mit mächtig rauer Kehle singt, versteht sich bestens auf ihr Spiel. Wenngleich er mit seinem Kumpel, dem Wucht-Zeuger Toby Murray, mit dem er diese Blues-Rock-Scheibe einspielte, eine recht ruppige, harte Gangart wählt. Ein wüstes Gelände, das John und Toby immer wieder zurückerobern. Wenn sie sich dennoch die eine oder andere Verschnaufpause gönnen, dann nur, um das Feuer erneut himmelhoch lodern zu lassen. Wie im Song „Boss Man“. John Fairhurst lässt keinen Zweifel daran, wer Chef im Ring ist. Bravo!

John Fairhurst: The Divided Kingdom. John Fairhurst/Cargo.

Bei Twin Temple gilt es, ganz genau aufzupassen. Denn der Teufel steckt wohl beinahe in jedem Detail dieser machtvollen wie verführerischen Songs. In den Texten von Alexandra James und Zachary James sowieso. Wie in dem Schmachtfetzen „Lucifer, my love“ beispielsweise. Sonst lullen die Songs ihre Zuhörer ein. Zwischen Blues, Bläsern und Doo Wop betreiben die beiden ihre okkulten Forschungen. Blicken dabei immer mal wieder durch die Brille von Buddy Holly auf die Welt und die Stadt der Angel.

Twin Temple: Twin Temple (Bring You Their Signature Sound… Satanic Doowop). Rise Above/Soulfood.

Wem verdanken wir das? Fynn Claus Grabke (wundervoll exaltierter Gesang und derb brutzelnde Gitarre) und dem Schlagzeuger und Kettenrassler Philipp Mirtschink. Beide erweisen zumindest den Raconteurs (siehe Jack White) deutliche Referenz. Das aktuelle Album „The Hands Of Time“ von den Picturebooks ist eine Wonne.

Das Konzert: The Picturebooks spielen am Donnerstag, dem 18. April, um 20 Uhr im Bi Nuu in Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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