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Kultur Warum „The Prodigy“ wie ein Autounfall klang
Nachrichten Kultur Warum „The Prodigy“ wie ein Autounfall klang
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01:18 01.12.2018
Keith Flint, Sänger bei The Prodigy. Quelle: Hugo Marie/dpa
Berlin

Als der Vorhang fällt, beginnt das große Scheppern. The Prodigy spielen gleich zum Auftakt ihres Konzerts am Dienstagabend in der Berliner Max-Schmeling-Halle den Megahit „Breathe”.Die Fans stampfen mit den Füßen auf dem Boden und rütteln auf den Rängen rhythmisch am Geländer.

In den nächsten knapp 90 Minuten wird sich daran nichts ändern. Der Sound des britischen Trios klingt wie ein sich ständig wiederholender Autounfall. Balladen haben Hausverbot, der Techno-Punk taugt zum Soundtrack für Kneipenschlägereien. Ungehobelt und immer voll drauf.

Flashback zu den 90ern

Songs wie “Voodoo People”, “No Good”, “Firestarter” und “Smack My Bitch Up” huldigen dem Exzess. Der Crossover-Mix der wie Flummis über die Bühne springenden Engländer streift so ziemlich jedes in den 90ern populäre Genre. Rebellisch wie Grunge, hyperaktiv wie Rave, düster wie Trip Hop.

So entwickelten sich The Prodigy zu einer eigenen Marke, einem Versprechen auf geschmackvolles Ausflippen – nicht so trashig wie Scooter, nicht so verkopft wie Massive Attack.

Comeback-Konzert ist nicht ganz ausverkauft

Beim fast ausverkauften Konzert gibt Keith Flint – so agil wie vor 20 Jahren – das Maskottchen der Band. Sein Haar ist frisch blondiert, rasiert und zu Teufelshörnern frisiert. Maxim Reality gibt den Einheizer, seine ewigen „Where are my Berlin people“-Ansagen sind aber in etwa so subtil wie die Durchsagen beim Autoscooter.

Die überwältigende Licht- und Bühnenshow tilgt diesen Makel. Tausendfach aufblitzende Lampen erzeugen ein Strobolicht-Gewitter sondergleichen. Außerdem stehen zwei Doppeldecker-Busse auf der Bühne. Mehr dicke Hose geht nicht, was für ein Comeback!

Von Maurice Wojach

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