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Tilmann Dehnhard lässt nicht den Alleskönner raushängen

Jazz Tilmann Dehnhard lässt nicht den Alleskönner raushängen

Wenn ein Trio einen Solisten einlädt, dem der Ruf vorauseilt, äußerst virtuos zu sein, muss das nicht immer gutgehen. Doch bei der Reihe JazzTime Babelsberg harmonierten Tilmann Dehnhard und die Max Punstein Group. Mit dem Querflötisten ging die erfolgreiche Veranstaltungsreihe JazzTime Babelsberg in die Winterpause

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Tilmann Dehnhard ist nicht nur Musiker, sondern auch Autor von Jazz-Lehrbüchern.

Quelle: foto: promo

Potsdam. Einige Besucher haben vielleicht sogar eine Musikclownerie erwarten. Als „skurriles Ein-Mann-Orchester“ wurde Tilmann Dehnhard angekündigt. Der Flötist hole kaum Luft, singe und spiele aber oft gleichzeitig, hieß es in der Ankündigung. Dass Dehnhard das alles kann, beweisen einige bemerkenswerte Youtube-Filmchen.

Doch die Bühne im Kulturhaus Babelsberg betrat am Donnerstagabend ein Mann, der sich in die dreiköpfige, gastgebende Max Punstein Group ohne jedes Mätzchen einfügte. Mit seinem ersten Stück, einer ruhigen, meditativen Eigenkomposition mit dem Titel IMHO (Abkürzung für In My Humble Opinion – „meiner bescheidenen Meinung nach“) unterstrich der Berliner, dass er mit seiner Art zu musizieren nicht auftrumpfen möchte. Dehnhard spielt stets mit geschlossenen Augen aus dem Kern einer Melodie heraus. Seine ruhigen Grundtöne verliehen dem Abend ein lyrische, geradezu vorweihnachtliche, harmoniesatte Stimmung.

Für Klassiker wie den Musicalsong „You‘d Be So Nice To Come Home To“ oder die Ballade „Rockin‘ Chair“ griff Dehnhard zu Tenor- oder Bassquerflöten. Seine Improvisationen über das 16-Takte-Schema bestachen durch Eleganz. Für den funkigen „Turtle Walk“ wählte er dann erstmals die C-Flöte und ging nun auch deutlich aus sich heraus. Das farbige Schillern und witzige Perlen der Töne erzielt Dehnhard durch besondere Blas- und Artikulationstechniken. Ein intensives, langes Solo des Bassgitarristen Roberto Badoglio setzte bei diesem Titel ein wuchtiges Gegengewicht.

Die anschließende Session wurde mit Themen von Thelonious Monk eingeleitet, die Harry Petersen zunächst auf einer Tenorklarinette intonierte, souverän unterstützt von Stephan Blank auf der Trompete. Fürs Klavier, Schlagzeug und Piano fanden sich neue Musiker. Leider legt die Reihe JazzTime Babelsberg bis zum 15. März 2018 eine Winterpause ein.

Von Karim Saab

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