Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kultur Tobias Wellemeyers letzte Regiearbeit in Potsdam
Nachrichten Kultur Tobias Wellemeyers letzte Regiearbeit in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:51 19.05.2018
Der Sturm im HOT,  Bernd Geiling und Juliane Götze Quelle: Foto: HL BOEHME
Potsdam

William Shakespeare (1564-1616) verabschiedete sich mit dem Stück „Der Sturm“ 1611 aus seinem aktiven Theaterleben. Regisseur Tobias Wellemeyer greift zu dieser klassischen Steilvorlage, um sich nach neun Jahren Intendanz gebührend aus Potsdam zu verabschieden. Die morgige Premiere am Hans-Otto-Theater ist bereits ausverkauft. Bis zum 30. Juni steht „Der Sturm“ dann nur noch fünf Mal auf dem Spielplan.

Abschied nehmen müssen die Freunde des Hans-Otto-Theaters auch von dem großartigen Schauspieler Bernd Geiling, der sich noch einmal als Prospero zeigt, ehe er nach Saarbrücken abwandert. In der nächsten Spielzeit wird Geiling im Saarländischen Staatstheater auf der Bühne stehen. In Potsdam wird man ihn auch als genialen Musical-Darsteller, der zum Beispiel in „Käfig voller Narren“ den Travestie-Künstler Zaza mimte, vermissen.

Fünf Tage vor der Premiere war sich Geiling noch nicht so ganz sicher, ob es ihm gelingt, dem Zauberer eine lebensnahe Kontur zu verleihen. „Bei der Figur handelt es sich mehr um ein philosophisches Konstrukt als um einen lebendigen Menschen“, sagte er bei einem Podiumsgespräch im Glasfoyer. „Bernd ist auf dem Wege, diese Figur zu beglaubigen“, meinte Regisseur Wellemeyer optimistisch und aufmunternd. In den letzten fünf Tagen wurde noch einmal hart gearbeitet und geprobt.

„Die Geschichte des Abschiedes ist auch die eines Aufbruchs“, betonte Wellemeyer. Prospero heiße, wörtlich übersetzt, „der Erfolgreiche, der Glückliche“. Das Stück handelt von einem Mächtigen, der in Mailand die Macht als Herzog verloren hat, und nun mit Zauberkräften Rache an seinen Feinden übt. „Seine Tochter Miranda ist gerade 14 Jahre alt und in einem Alter, in dem man die Insel der Kindheit verlässt. Sie verliebt sich und denkt erstmals an Sex“, so Wellemeyer.

Besetzt hat er die Rolle mit Juliane Götz, einer Schauspielerin, der er vor neun Jahren in seiner Eröffnungsinszenierung als blutjunge Absolventin der Babelsberger Schauspielschule in Ibsens „Wildente“ einen Senkrechtstart einräumte. 2013 schied die feurige dunkeläugige Schönheit aus dem Ensemble des Hans-Otto-Theaters aus und entschied sich, freiberuflich zu arbeiten. In dieser Spielzeit wirkte sie bereits als Gast im Jugendtheaterstück „Nadia“ mit. Als Titelheldin stellte sie hier unter Beweis, wie leicht es ihr noch immer fällt, sich in eine unschuldige, verführerische Teenagerin zu verwandeln.

„Der Sturm“ gehört zu Shakespeares schwierigsten Stücken. „Es handelt von der Macht der Kunst“, erklärt Wellemeyer. Der Sturm entfesselt ein Illusionsspiel. Die Insel ist von Nymphen und Teufeln besiedelt und es ist nicht leicht, diese Kräfte zu bändigen. Außerdem tauchen versoffene Schiffbrüchiger und Ungeheuer auf und liefern menschlichen Ängsten Vorschub. Wie ein Panoptikum bevölkern zudem die Gegenspieler des einstigen Herzogs von Mailand die Szenerie.

Shakespeareforscher gehen davon aus, das sich der Dramatiker ein Alterego geschaffen hat. Der Sohn eines Handschuhmachers war ein halbes Leben als Schauspieler und Stückeschreiber unterwegs. Nach 37 Theaterstücken und 154 Sonetten zog er noch einmal Bilanz, ehe er sich in seine Geburtsstadt Stratford zurückzog, wo er 1597 ein Anwesen erworben hatte. Seine poetische Lebensbilanz zog Shakespeare in seinem 38. Theaterstück – „Der Sturm“.

Aufführungen am 18., 19., 27. Mai und 2., 3. und 30 Juni, jeweils 19.30 Uhr. Hans-Otto-Theater, Schiffbauergasse. Karten unter 0331/9811900.

Von Karim Saab

Verwirrendes Vexierspiel: Roman Polanski verfilmt den Roman „Nach einer wahren Geschichte“ (Kinostart am 17. Mai). Eine Schriftstellerin wird von einer leidenschaftlichen Verehrerin weit über Gebühr beansprucht. Fast wär’s ein Thriller geworden.

16.05.2018

Nun ist es offiziell. Der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, wird Generalintendant des Humboldt Forums. Am Dienstag wählte ihn der Stiftungsrat einstimmig.

16.05.2018

Wie wurden Han Solo und der Wookie Chewbacca eigentlich Freunde? Und wie genau nochmal kam Solo an Lando Calrissians Raumschiff, den Millennium Falken? Diese und weitere Fragen beantwortet Ron Howad in „Solo – A Star Wars Story“ (Kinostart: 24. Mai). Aber wollen wir das auch wirklich wissen?

16.05.2018