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Kultur Tolle Party mit Wenzel
Nachrichten Kultur Tolle Party mit Wenzel
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18:17 06.07.2016
Groß in Fahrt: Hans-Eckardt Wenzel. Quelle: Eventpress Hoensch
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Potsdam

Meh und Weh kommen wieder. Dem genialen Clowns-Duo, das mit seinen irrwitzigen DaDaeR-Programmen den Niedergang der DDR auf dadaistische Weise begleitet hatte, ist sein Publikum trotz langer Pause nie abhanden gekommen. Das hatte sich vor einem Jahr zu Wenzels 60. Geburtstag erwiesen, als Hans-Eckardt Wenzel und Steffen Mensching erstmals wieder ihre halsbrecherischen Bühnen-Kapriolen schlugen, sich gegenseitig mit Orden malträtierten.

Ein üppige ausgestattetes Dokument in Bild und Ton

Wer im früh ausverkauften Berliner Admiralspalast zu Wenzels Geburtstagskonzert samt weiteren prominenten Gästen wie Christoph Hein, Andreas Dresen oder Nora Guthrie nicht dabei sein konnte, darf sich nun mit einer üppig ausgestatteten und liebevoll gestalteten CD-DVD-Buch-Ausgabe trösten. Die allerdings einen Makel hat: Vollständig ist sie nicht. Denn dann hätte sie jeden vernünftigen Rahmen gesprengt.

Wenzel bringt schon mal drei Platten im Jahr heraus

Obwohl – zu Wenzels sonstiger Maßlosigkeit in Sachen künstlerischer Produktion hätte das wiederum gepasst. Gern bringt er ja in einem Jahr gleich mal drei Platten heraus. Doch diesmal haben er und sein Team sich ein wenig eingeschränkt, auf dieses und jenes Glanzlicht verzichtet wie auf Christoph Heins kleines Geburtstagstheaterstück (das im Buch aber abgedruckt ist) oder Arnulf Ratings kabarettistische Presseschau.

Songwriter und Gefährten spielen lustvoll auf

Übervoll ist diese Produktion glücklicherweise dennoch. Sie reicht vom Seemannslied „1000 Tode“ bis zur Rap-Einleitung von „Ich hab mein Vaterland so gerne“, vom frühen Schlaflos-Lied „An mich nachts“ bis zur frisch komponierten „Neuen Europahymne“. Wenzel spielt sich lustvoll an Akkordeon, Rassel, Gitarre, Keyboard durch sein Werk, versiert sekundiert von seiner vortrefflich eingespielten Stammbegleitung Hannes Scheffler, Thommy Krawallo und Stefan Dohanetz an Saiten und Trommeln. Sie finden stets jenen leichten Klang, der Wenzel auszeichnet, der trotz mancher Verzweiflung und Schwermut im Wort doch stets das Leben feiert.

Die Gäste überzeugen durch kühne Lieder

So swingt „Immer fehlt was“ in vollendeter Lässigkeit daher. „Every 100 Years“ mit Gastsängerin Nora Guthrie ist naives Kinderlied und steckt doch voll tiefer Weisheit. Tochter Karla Wenzel alias Kiki Bohemia und ihr Gefährte Sicker Man gewinnen dem volksliedhaften „Gras in S.“ völlig neue Facetten ab, entrücken es in sphärische Electro-Gefilde mit zeitlupenhaftem Gitarrenklang und verfremdetem Gesang.

Und inzwischen ist auch gewiss, dass aus dem Reiz des ausnahmsweisen Geburtstagsauftritts mehr geworden ist: Wenzel und Mensching proben wieder. Im Herbst gehen sie gemeinsam auf Tour.

Wenzel & Gäste live im Admiralspalast (CD & DVD & Buch; Matrosenblau/Indigo); Wenzel & Mensching live am: 7. Oktober in der UdK, Berlin-Charlottenburg (Premiere)

Von Gerd Dehnel

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