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Ton-Prof Martin Steyer geht in Ruhestand

Babelsberger Filmuniversität „Konrad Wolf“ Ton-Prof Martin Steyer geht in Ruhestand

Tonmeister und Professor Martin Steyer geht in Ruhestand – soll aber der Filmuniversität „Konrad Wolf“ als Berater erhalten bleiben. Am Dienstagabend wurde der 65-Jährige feierlich verabschiedet. Steyer war zehn Jahre Professor in Babelsberg. Für die Tonmischung in Filmen wird er auch weiterhin sorgen.

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Filmuniversitäts-Präsidentin Susanne Stürmer mit Ton-Professor Martin Steyer vor der feierlichen Verabschiedung.

Quelle: Christel Köster

Babelsberg. Zahlreiche Anekdoten verbinden sich mit Martin Steyer, ein guter Tropfen spielt in den Erzählungen über den Tonmeister nicht selten eine Rolle. So auch am Dienstagabend in der Filmuniversität „Konrad Wolf“: Steyer (65) ist als Professor für Tongestaltung und Tonmischung in den Ruhestand verabschiedet worden.

Anlass also, nette Begebenheiten auszuplaudern: „Nachts um drei in einem Hotelzimmer in Seoul, zwei Flaschen Whisky waren schon geleert, setzte sich Martin ans Klavier und spielte – surreal“, erzählte Dieter Wiedemann, ehemaliger Präsident der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF). In die Musik habe sich Steyer oft verabschiedet – innerlich, bei langen Sitzungen, so Wiedemann. Drehbuch-Prof Torsten Schulz erinnerte in seiner Laudation an diesen „charismatischen Mann voller Neugierde“ (von ihm „Papa“ tituliert) an einen Moment in lauer märkischer Nacht. Bier und Wein waren getrunken, essenzielle Gespräche geführt worden. „Und dann stand Martin auf und rezitierte ein Gedicht, das er im Iran auswendig gelernt hatte.“ Schulz trug es für alle Gäste im Theatersaal der Filmuni vor: Heinrich Heines „Der Schiffbrüchige“. Steyer zeigte sich „vollkommen gerührt“. Zehn Jahre bildete er an der HFF Tonleute aus, einige von ihnen wie Holger Lehmann oder Martin Frühmorgen begegnen ihm bei Filmprojekten wieder. 2005 wurde Steyer, der zuvor zwei Jahrzehnte Dozent an Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin war, in Babelsberg als Professor berufen. Ab Juli 2006 war er Vizepräsident für künstlerische Projekte und internationale Beziehungen der HFF. Während seiner Tätigkeit als Professor fand Steyer immer wieder Zeit für Projekte „draußen“. „Wenn Martin einfach mal weg war, hat er wieder einen Film gemischt und uns anschließend vorgeschwärmt, wie toll diese Produktion war“, so Wiedemann. In rund 250 Filme sorgte Steyer für den guten Ton – von Rainer Werner Fassbinders „Querelle“ bis zu Detlev Bucks „Bibi & Tina“-Reihe. Darunter auch internationale Produktionen wie die indische Tragikomödie „Umrika“ (ab 19. November im Kino). So lobte Filmpark-Betreiber Friedhelm Schatz den Tonmeister „als einen der Größten, den wir auf seinem Gebiet haben“. Steyer geht zwar in den Ruhestand, bleibe der Filmuni jedoch „als Berater“ erhalten, so Präsidentin Susanne Stürmer.

Von Ricarda Nowak

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