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„Transit Havana“: Sexuelle Revolution auf Kuba

Doku startet im Kino „Transit Havana“: Sexuelle Revolution auf Kuba

Wahrhaft revolutionäre Dinge ereignen sich auf Kuba. Der sozialistische Karibikstaat spendiert einmal im Jahr fünf Transsexuellen eine kostenlose Geschlechtsumwandlung – dafür reisen europäische Top-Chirurgen für eine Woche an. Darüber hat Regisseur Daniel Abma eine Doku gedreht. „Transit Havana“ startet am Donnerstag im Kino.

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Autor Alex Bakker (l.) und Regisseur Daniel Abma im Sommer beim Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary.

Quelle: snow

Potsdam. Eine unbekannte Facette Kubas porträtiert Daniel Abma in seinem empfehlenswerten Dokumentarfilm „Transit Havana“, der am 3. November bundesweit im Kino startet. Einmal im Jahr spendiert der sozialistische Karibikstaat fünf Transsexuellen eine Geschlechtsumwandlung. An der Spitze der Bewegung für die Rechte von Trans- und Homosexuellen steht Mariela Castro, Tochter des Staatspräsidenten Raúl Castro und Nichte des legendären Fidel. Grimme-Preisträger Abma, Meisterschüler an der Potsdam-Babelsberger Filmuniversität „Konrad Wolf“, hat die Transsexuellen Malú, Odette und Juani ein Stück ihres Weges zwischen Hoffen und Warten auf die OP begleitet – übrigens beim Drehen auf Kuba ohne staatliche Einschränkungen.

Das spannende wie exotische Thema hat der niederländische Regisseur seinem guten Freund und Landsmann Alex Bakker zu verdanken. Denn Bakker ist selbst ein Transmann – wurde von einer Frau zum Mann – und kennt einen der Ärzte, die auf Kuba zum Freundschaftspreis operieren. Im Sommer startete „Transit Havana“ eine bis heute anhaltende Festivalkarriere. Gerade erst heimsten Abma und Team den Filmkunstpreis Sachsen-Anhalt sowie den Publikumspreis des CinéDoc Tbilisi (Georgien) ein.

Auch beim 26. Filmfestival Cottbus (8.-13. November) läuft die Doku, in der Reihe „Fokus“ – in diesem Jahr auf Kuba gerichtet. Ko-Kurator ist Abma, der sagt: „Ich wollte meinen Film gar nicht in die Reihe aufnehmen, weil das komisch aussieht.“ Doch Festivalchef Bernd Buder wollte „Transit Havana“ unbedingt dabei haben. Denn welcher Film könnte besser zu einer Reihe passen, die sich mit Transformationen in vom sowjetischen Sozialismus geprägten Ländern befassen. Die Spiel- und Dokumentarfilme, die Abma mit seinem Kurator-Kollegen Wolfgang Martin Hamdorf sichtete, behandeln „relativ offen“ und kritisch den Alltag auf Kuba. Etliche der insgesamt 19 „Fokus“-Filme gehen der Frage nach: Bleiben auf Kuba oder das Land verlassen?

„Transit Havana“ feiert am 2. November um 20.15 Uhr Berlin-Premiere im Kino Xenon, Kolonnenstraße 5-6, Berlin-Schöneberg. Vom Filmteam werden Abma und Bakker sowie Produzent Stefan Kloos erwartet.

Weitere Infos: www.transithavana-film.de

Von Ricarda Nowak

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