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Kultur Trevor Pinnock dirigierte „Spiegelungen“
Nachrichten Kultur Trevor Pinnock dirigierte „Spiegelungen“
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00:31 05.11.2015
Trevor Pinnock dirigierte die Potsdamer Kammerakademie. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Friedenskirche in Potsdam ist ein wunderbarer, Seelenkräfte und Klänge sammelnder und tragender Raum, aber vielleicht nicht unbedingt für den Spätherbst. Fröstelig war’s am Sonntag, und während der – büfettlosen und bei 75 Netto-Musikminuten nicht zwingend notwendigen – Pause konnte man von Atrium und Park Sanssouci nur ins dunkel Verhangene schauen, musste sich zur Erwärmung also zwangsläufig an die Musik selbst halten. Das freilich funktionierte bestens: ein Verdienst der Kammerakademie-Musiker, die sich von den heiklen atmosphärischen Verhältnissen nicht anfechten ließen, und vor allem das von Trevor Pinnock.

Der vom (sehr diskreten) Cembalo aus dirigierende Brite, mittlerweile auf die 70 zulaufend, ist gelassener, verbindlicher geworden als in seinen Sturm-und-Drang-Zeiten vor der Jahrtausendwende. Schon damals suchte er das menschliche Maß in der Musik, aber eher im motorisch-Vitalen, einer Art sportlicher Straffheit. Mittlerweile strahlt er eine heitere Abgeklärtheit aus, die alles ernst, aber nichts (zu) schwer nimmt. Ohnehin war er, den Prinzipien der historischen Aufführungspraxis verpflichtet, nie ein Dogmenreiter; alles Technische diente und dient ihm der Suche nach dem Lebensgefühl jener Ära, in der die Welt noch ein letztes Mal universell begriffen wurde, Lust und Trauer, Prunk und meditative Versenkung als Facetten einer großen Ganzheit erschienen.

Die programmbestimmenden „Spiegelungen“ zeigten sich dabei als differenzierte Aus- und Umformungen gleicher Grundgestalten zu ganz unterschiedlichen Färbungen. So erschien Händels 1. Wassermusik-Suite als geistvolles Spiel mit bekannten Formeln, wohlabgestimmt in der Bläser-Streicher-Balance, delikat im huschenden piano-Einsatz der Bourrée und durchweg von elementarer Lebenszugewandtheit. Das zeremoniell-Höfische, in gewisser Weise Formelle des Komposition wurde dennoch nicht geleugnet – und Haydns dazwischen gesetzte 47. Sinfonie in G-Dur, eines der erstaunlichen experimentellen Stücke der Eisenstädter Jahre, schien Pinnock insofern noch eine Spur näher und interessanter: ungestüm in den schnellen Sätzen, mit heftigen emotionalen Kontrasten herausfordernd und im Menuett, das Melodie und Dynamik tatsächlich im Wortsinne „spiegelt“ (nämlich bei den Wiederholungen von hinten nach vorn spielt), als wunderbare Verquickung mathematischer Rationalität und fast schmerzlich angespannter Energetik.

Auch Schuberts 5. Sinfonie von 1816, rein chronologisch eine Art Nachläufer, fügte sich noch diesem Kontext, weil der Dirigent ihre Rückbindung an die Wiener Frühklassik, das fast Zitathafte der Sprache betonte – und trotzdem in der Verbindung von zupackender Frische und geschmeidiger Lyrizität ganz eigene Qualitäten darzustellen wusste. Beglückend, wie auch sonst an diesem Abend, vor allem das Farbenspiel der Holzbläser; man wartet auf die nächste derartige Begegnung.

Von Gerald Felber

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