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Kultur Barfuß mit Haydn in Potsdam
Nachrichten Kultur Barfuß mit Haydn in Potsdam
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18:50 16.09.2018
Tine Thing Helseth Quelle: Foto: Handout
Potsdam

Das Trompetenkonzert von Joseph Haydn aus dem 18. Jahrhundert begleitet jeden Trompeter lebenslang. Auch die 31-jährige Norwegerin Tine Thing Helseth, die das Stück am Sonnabend zusammen mit der Kammerakademie Potsdam unter Paul McCreesh aufführte. Haydn lässt das Instrument mit virtuosen Girlanden und eleganten Melodien brillieren. Sein Werk ist bis heute das erfolgreichste aller Trompetenkonzerte.
Die norwegische Musikerin übte das Haydn-Konzert schon als Musikstudentin in Oslo; es ist auch auf ihrem Plattendebüt von 2007 enthalten. Seither hat die Karriere der Trompeterin, die nach skandinavischer Duz-Gepflogenheit jedermann nur „Tine“ nennt, rasant an Fahrt aufgenommen. Tine gewann einen Echo als „beste Nachwuchskünstlerin“ und spielte in Oslo bei der Friedensnobelpreis-Gala.

Tines Markenzeichen ist das Barfußspiel. Auch in Potsdam leuchteten ihre nackten Füße unter dem schwarzen Kleid hervor. Im Nikolaisaal stellte Tine ihren geschmeidigen, elastisch gesponnenen Ton zur Schau. Im virtuosen Finale zeigte sie eine frappierende Elastizität, leicht fließenden Atem und präzise konturierte Tonkaskaden. Jedoch trumpfte ihr hell strahlendes Instrument zu stark gegen das Orchester auf. Zumal es sich die Kammerakademie zum Alleinstellungsmerkmal gemacht hat, Musik des 18. Jahrhunderts mit den sanfteren ventillosen Blechblasinstrumenten aufzuführen – tritt dann eine durchschlagkräftige moderne Trompete hinzu, gerät die Balance ins Rutschen.

Die Aufführung leitete der englische Dirigent Paul McCreesh. Er begann den Abend mit Musik aus seiner Heimat, einer Streicher-Serenade, die Edward Elgar in Worcester schrieb. Später sollte Elgar die Konzertsäle in ganz Europa erobern und England wieder einen Platz unter den ernstzunehmenden Musiknationen verschaffen.  McCreesh, der den Abend auswendig dirigierte, sorgt hier für einen federnden, zärtlichen Klangteppich; einen beschaulichen Reigen heiterer, melancholischer und feierlicher Momente.
Nach der Pause folgte die immerhin 45-minütige Serenade Nr. 1, die der junge Johannes Brahms für die Residenzkonzerte in Detmold schrieb. Sie entstand ursprünglich für neun Musiker; dann erweiterte der Komponist die Besetzung für ein kleines Orchester. Die Kammerakademie fuhr immerhin 14 Geigen auf, doppelt besetzte Bläser und sogar vier Hörner. Da ist für einen üppigen sinfonischen Klang gesorgt. Ein gelungener Konzertabend, der das Publikum begeistert in die laue Nacht entließ.

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