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Hohepriester des Rock’n’Roll begeistern

U2 in Berlin – eine kleine Nachtkritik Hohepriester des Rock’n’Roll begeistern

Gleich vier Mal spielen U2 in Berlin – selbstverständlich ist jedes ihrer Konzerte ausverkauft. Am Donnerstag haben die Iren in der Mehrzweckhalle am Berliner Ostbahnhof den Auftakt ihrer kleinen Konzertreihe gegeben. Unser Autor war dabei und hat ein souveränes zweieinhalbstündiges Rockkonzert gesehen, mit Priester Bono.

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Bono (rechts) feuert an, The Edge guckt und spielt.

Quelle: dpa

Berlin. Es gibt nicht viele Musiker, die eine Bandgeschichte von gut 30 Jahren so vital verwalten wie U2. Am Donnerstag spielten die vier Iren ihr erstes von vier (!) Konzerten in der Berliner Mercedes-Benz-Arena – es war der souverän geglückte Versuch, Rock’n’Roll und Wort zum Sonntag zu verbinden. Bono, Sänger der Band, ist Priester und Dandy, an diesem Abend hat er die Musik ins Zentrum gestellt. Eher randständige Perlen wie „Out Of Control“, gleich als zweiter Song, oder die erwartbare Ware aus den Hitparaden wie „Where The Streets Have No Name“, „Vertigo“ oder „Beautiful Day“ haben den Abend knapp zweieinhalb Stunden lang gefüllt.

Filme aus der Dubliner Straße laufen auf Monitoren

Die Inszenierung der Show hat begeistert, sie hat sich gruppiert um einen Riesenmonitor, der sich von der Bühne gut 30 Meter in die Halle schob, er hing unter der Decke und bot stets Übertitel zu den Songs der Band: Kleine Filme aus den Dubliner Straßen von Bonos Kindheit wurden eingespielt, dann bunte Explosionen, als würde man Konfetti in die Luft werfen. U2 haben gezeigt, dass man die Welt auch deuten kann, ohne chronisch schlechte Laune zu verbreiten.

Bono tanzt mit einer Zuschauerin auf der Bühne

Die Show war ausverkauft mit 15.000 Besuchern, auch für die weiteren drei Abende gibt es keine Karten mehr. Bono hieß Flüchtlinge willkommen, forderte, dass Europa nicht nur ein Gedanke sein dürfe, sondern ein Gefühl werden müsse. Eine junge Frau in pinken Turnschuhen bat er auf die Bühne, mit der er, einen halben Kopf kleiner als die junge Dame, einen amüsanten, fast amourösen Tanz hinlegte. Bono kann in den Tagesschau-Modus schalten, doch er weiß, dass sein Kerngeschäft der Rock’n’Roll ist – darum schleudert er mitunter eine Wasserflasche ins Publikum, eine fast scheue Kraftmeiergeste. Die Leute dankten es ihm, denn wer sonst kann großes Entertainment mit der Geste des guten Gewissens paaren? Am Donnerstagabend ist das in Berlin vorzüglich geglückt.

Von Lars Grote

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