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Kultur Udo Lindenberg feiert Panikparty in Berlin
Nachrichten Kultur Udo Lindenberg feiert Panikparty in Berlin
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06:52 15.07.2015
Udo Lindenberg auf Paniktour. Quelle: dpa
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Berlin

Er schwebte auf einem Stahlgestell ins Stadion, von Seilen gehalten – die Leute johlten, Lindenberg aber ist einer, der die Ruhe behält. „Panikparty“ nennt er seine Konzerte in den Fußballarenen, auch seinen Auftritt am Dienstag im Berliner Olympiastadion. Doch von Panik keine Spur, die schiebt er nur ironisch in den Namen seiner Band: Panikorchester. „Das ist hier heute ‘ne Art Familientreffen, nur Experten am Start“, sagte er gleich zu Beginn. Es folgten alle Hits: „Mädchen aus Ost-Berlin“, „Andrea Doria“, „Sonderzug nach Pankow“. Der Mann hat ein Werk, das mehr als abendfüllend ist.

Udo macht nichts falsch, er ist ja längst sein eigener Maßstab. Es geht bei ihm nicht mehr um die Musik, sondern vor allem um die coole Geste – auch in Berlin hat man das gesehen. Wenn er „Hey Leute“ sagt, ist das nicht nur ein Gruß, sondern Kult, weil er nuschelt und so lässig diese Selbstverständlichkeiten säuseln kann, als würde er mit nie gehörtem Ton die Welt erklären. Er ist der ungezwungene Onkel, den man im echten Leben nie hatte.

Im Olympiastadion hat Lindenberg ein massives Schiff aus Wellen auf die Bühne tuckern lassen, ein Ufo ist gelandet, Clueso trat auf, auch Otto Waalkes, Max Herre und Helge Schneider. Ein Leben zwischen Bombast und kuscheliger Wohngemeinschaft hat er inszeniert, drei Stunden lang.

Und er versprach: „Hinterm Horizont geht’s weiter.“ Jeder im Stadion hat ihm das geglaubt, man braucht keine drei Gläser Bier, um ihm auf diesem Weg zu folgen. Selbst wenn Lindenbergs Publikum ein traditionell trink- und feierfreudiges Volk ist.

Das Stadion war nicht ausverkauft, 50000 von 63000 verfügbaren Plätzen sind besetzt gewesen, das Wetter war kühl und feucht – doch Lindenberg ließ sich nicht irritieren. Er tanzte und gurgelte einfach, wenn es mit dem Mischpult mal nicht richtig klappte. Der Rest ist Routine und Euphorie: Udo Lindenberg, nun 69 Jahre alt, ist ein alter Hase im Geschäft, trotzdem hat man sich nach dem Berliner Konzert belebt gefühlt, als komme man von einem Kindergeburtstag.

Von Lars Grote

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