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18:16 21.06.2016
Schreibt über sein Element: John von Düffel. Quelle: Katja von Düffel
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Potsdam

John von Düffel kommt nicht aus dem Wasser heraus. „Vom Wasser“, „Schwimmen“, „Wasser und andere Welten“ und „Wassererzählungen“ lauten die Titel seiner einschlägigen Romane, Erzählungen und Essays zum Thema. Jetzt bringt der Autor und Dramaturg eine „Gebrauchsanweisung fürs Schwimmen“ heraus.

Er schreibt über Seen, in denen es sich viel besser schwimmen lässt als in Schwimmbädern, über die Überwindung, die es kostet, ins Kalte einzutauchen, über das Vergnügen, sich im anderen Medium lange und frei zu bewegen. Nachdrücklich mahnt er Respekt für das Wasser an: „Man braucht nur einmal am Morgen nach einer lauen Sommernacht an den örtlichen Baggersee zu gehen. Wer über weggeworfene Einweggrills steigt, die im Uferwasser treiben, die Chipstüten, Tetrapacks, Bierflaschen und Zigarettenkippen, der bekommt einen hinreichend deutlichen Eindruck von unserem Umgang mit dem Element des Lebens.“

Er schreibt über den richtigen Sitz der Schwimmbrille (rote Ringe um die Augen gibt es immer), übers Nacktbaden (naja), über die verschiedenen Schwimmstile (Rücken hilft dem Rücken, Brust schadet ihm) und über die „Domestizierung des Wassers“ im Pool. Alles sehr elegant und wirklich unterhaltsam. Passenderweise hat das Buch einen wasserabweisenden Einband.

Das Schwimmen muss eigentlich nicht verteidigt werden. Anders ist es mit den Flüssen, ihren Ufern und dem freien Zugang zu ihnen. Der britische Abenteurer, Dokumentarfilmer und Autor Roger Deakin hat mit seinem 1999 erschienenen „Logbuch eines Schwimmers“ eine Streitschrift gegen die Verschmutzung und die Privatisierung der Gewässer verfasst. Jetzt ist die deutsche Übersetzung erschienen. ­Deakin, der 2006 starb, wollte binnen ei­nes Jahres so viele Gewässer Großbritanniens durchschwimmen wie möglich. Von der Verwirklichung dieser spleenigen Idee berichtet er in seinem Logbuch, das zugleich ei­ne Anleitung zur Überwindung ist. Oft steigt der Autor in eiskaltes Wasser (ein Neoprenanzug bietet einen gewissen Schutz), manchmal müht er sich durch Algen und Schlamm. Einmal stürzt er fast ei­nen Wasserfall hinab. Das möchte man ihm nicht gleichtun, aber der Reiz, ins Kalte zu springen, streift einen immer wieder bei der Lektüre.

Roger Deakin berichtet über seine Leidenschaft unterhaltsam, kenntnisreich und hochgebildet. Er beschreibt, was er tut, mit vielen Seiten- und Rückblicken. Medizin, Philosophie, Geschichte, Sport, Bio­­lo­gie – bei dieser Erkundung aus der Froschperspektive lernt man viel.


John von Düffel: Gebrauchsanweisung fürs Schwimmen, Piper, 196 Seiten, 15 Euro.

 Roger Deakin: Logbuch eines Schwimmers, Matthes & Seitz, 390 Seiten, 38 Euro.

Von Ronald Meyer-Arlt

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