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Überraschungseier aus Australien

MAZ-Konzerttipp Überraschungseier aus Australien

In Melbourne da sitzen sieben Zauberer und brüten gemeinsam ein magisch-funkelndes Gebilde aus, das sich gar vielen Interpretationen öffnet. Es ist ein temporeicher und auf charmante Weise verstrahlter Psychedelic-Rock, den King Gizzard And The Lizard Wizard da aushecken. Am Dienstag kann man davon in Berlin überzeugen.

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Manchmal, aber nur manchmal sind sie auch Geier-Leute: King Gizzard And The Lizard Wizard.

Quelle: Jamie Wdziekonski

Potsdam. Langer Bandname, der sich reimt und zudem anspielungsreich eine Tür aufstößt in glorreiche Rockgefilde? Bitte sehr, hier kommen King Gizzard And The Lizard Wizard. Ob es die Sonne im australischen Outback war, die zu diesem Namen verhalf oder gar kosmische Einflüsterungen, die aus einer fernen Galaxie in Richtung Erde abgesandt wurden, wer weiß?

Bunte Truppe mit vielerlei Einfällen

Bunte Truppe mit vielerlei Einfällen.

Quelle: Jamie Wdziekonski

Youtube vielleicht: Der Kanal für fast alles macht uns nämlich einige, höchst eigentümliche Video zugänglich, die die Herkunft der sieben Musiker zwar nicht wirklich erhellen, immerhin aber den spinnerten Sound ihres aktuellen Albums „Nonagon Infinity“ in seltsame Filmchen allerbester B-Movie-Tradition kleiden. Wie für das Stück „Gamma Knife“, in welchem Musiker, gehüllt in priesterliche Gewänder, ihr Hochamt zelebrieren. Bis alle sterben, aber ein riesenhaftes eiförmiges Etwas im Rund auftaucht. Noch bunter wird’s in „People-Vulture“. Darin besiegt ein Mega-Menschen-Geier alle Kreaturen, die ihn attackieren. Was für ein Überraschungsei!

Was soll’s: Das wild gewordene Orchester aus Melbourne, das seit 2010 von Multi-Instrumentalisten mit zig Gitarren, Keyboards und zwei Schießbuden unterhalten wird, bringt an musikalischen Ideen all das in seinen Liedern unter, was so durch sieben Gehirne wabert. Das ist eine ganze Menge: Temporeicher Rock aus der Garage, garniert mit Blues-Mundharmonikas, progressiv angehauchte Drama-Strukturen. Und vor allem psychedelische Abseitiges. Stets mit hohem Unterhaltungsfaktor dargeboten. Was im Nachmittagstee war, wir wissen es nicht.

Noch mehr Australien

In der nächsten Zeit klopfen noch mehr Künstler aus Down Under an Berliner Konzerttüren – bitte mal den privaten Terminkalender aktualisieren!

Paul Kelly spielt am 7. September um 20 Uhr im Privatclub. Zuletzt befasste sich der 61-jährige Songwriter – ein Fixpunkt der australischen Rockszene – aus gegebenem Anlass, dem 400. Todestag von Shakespeare. Sein jüngstes Album heißt daher. „Seven Sonnets And A Song“.

You Am I gastieren am 10. September um 19.30 Uhr im Monarch. Die Band besteht seit 25 Jahren. Treten die Rolling Stones in Australien auf, sind You Am I als Vorband dabei. Eine Institution: Tim Rogers und seine Jungs stellen ihre neue Platte „Porridge And Hotsauce“ vor.

Julia Jacklin stellt sich am 24. Oktober im Maze vor, Beginn ist um 20 Uhr. Die Sängerin aus der Umgebung von Sydney hat ein Gurren in ihrer Stimme, die manchen zur Raserei treiben kann. Eine Chance für die Debütantin, die Pop mit so manchem Sixties-Anflug im Reisegepäck hat.

Tickets für diese Konzerte unter: 030/30 10 6 80 85.

Ein Nonagon, eine neuneckige geometrische Figur, ging als Konstruktionsprinzip in die Technik ein – etwa für sternförmige Flugzeugmotoren, Fünf-Euro-Münzen aus Österreich oder die Sakralbauten der Bahai. Den Album-Titel erklärt das nicht. King Gizzard bleibt ein grandioses Rätsel.

Konzert: Dienstag, 23. August, 20 Uhr, SO 36, Berlin-Kreuzberg.

Von Ralf Thürsam

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