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Ufa-Jubiläum: 100 Jahre Film in Babelsberg

Universum Film AG Ufa-Jubiläum: 100 Jahre Film in Babelsberg

Es gab mal gute Zeiten und mal schlechte Zeiten. Wie das Aushängeschild GZSZ hat auch die Babelsberger Produktionsfirma Ufa Höhen und Tiefen erlebt. In ihrer 100-jährigen Geschichte stand sie kurz vor dem Bankrott, durchlebte die NS-Zeit und steht heute bei Hollywood hoch im Kurs.

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Fritz Lang (rechts) mit Brigitte Helm als falsche Maria bei Proben zu der Tanzszene im Film "Metropolis" aus dem Jahr 1926.

Quelle: epd

Potsdam. Es ging darum, den schwindenden Kriegswillen der Deutschen zu stärken: Ein Jahr vor Ende des Ersten Weltkriegs gründete ein Banken-Konsortium auf Veranlassung des militärischen Generalstabs eine Filmproduktionsfirma: die Universum Film AG, kurz Ufa. Das war am 18. Dezember 1917, vor 100 Jahren. Der erste Film „Dem Licht entgegen“ handelt von einem Soldaten, der verschüttet und gerettet wird – Filme als Propaganda.

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Unzählige Filme, Serien und Showformate hat die „Universum Film AG“, kurz Ufa in ihrer Geschichte produziert. Unter anderem Klassiker wie „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rührmann oder „Die blauen Engel“ mit Marlene Dietrich.

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„Wichtigster Filmproduzent“

Nach dem verlorenen Krieg wurde die Ufa schnell zum wichtigsten Filmproduzenten der Weimarer Republik. Mit Meisterwerken wie „Die Nibelungen“ (1924), „Der letzte Mann“ (1924) oder „Der blaue Engel“ (1930) mit Marlene Dietrich verblüffte sie die ganze Filmwelt – bis während der NS-Diktatur die NSDAP die völlige Kontrolle über die Filmproduktion übernahm.

Entscheidend für den Erfolg der Ufa in der Weimarer Republik war der Produzent Erich Pommer (1889-1966). Schon bevor er zur Ufa kam, hat er 1920 mit seiner eigenen Firma Decla-Bioscop „Das Cabinet des Doctor Caligari“ produziert, einen der berühmtesten deutschen Filme überhaupt. 1921 wurde er Leiter der Ufa-Produktion. Ihn faszinierten künstlerische Visionen wie in den Filmen „Phantom“ von F.W. Murnau oder „Dr. Mabuse“ (beide 1922) von Fritz Lang. Die kühnste Produktion aber, Fritz Langs Science-Fiction-Film „Metropolis“, wurde zum finanziellen Desaster. Heute gilt der Film als eine Großtat der Ufa.

Ufa vor dem Bankrot

Fritz Lang hatte, Pommers Anweisungen missachtend, immer wieder die Drehzeit überzogen. Die Ufa stand vor dem Bankrott. Auch das Publikum mied den Film, als er endlich 1927 ins Kino kam. Pommer verließ die Ufa – und kam zwei Jahre später zurück: Die Ufa brauchte seinen künstlerischen Wagemut.

Alfred Hugenberg und der Scherl-Verleger Ludwig Klitzsch sanierten das Unternehmen, ließen den Regisseuren noch freie Hand, schoben aber die Ufa langsam politisch nach rechts. Keine Überraschung also, dass die neuen Herren schon im Frühjahr 1933 ihre jüdischen Mitarbeiter entließen – noch bevor die Nazis das verlangten.

Die Ufa während der NS-Zeit

Während der NS-Diktatur war Propagandaminister Joseph Goebbels der eigentliche Filmproduzent. Künstlerisch anspruchsvolle Filme wurden durchaus gedreht, junge Talente wie Helmut Käutner konnten sich – mit Einschränkungen – entwickeln. Reine Unterhaltungsfilme waren Goebbels besonders wichtig, weil sie die Zuschauer während des Krieges ablenken sollten. Hinzu kamen die extrem antisemitischen Filme des Jahres 1940, „Jud Süß“ und „Die Rothschilds“. Das monumentale Durchhalteepos „Kolberg“ sollte Anfang 1945 der Kriegsmüdigkeit der Deutschen Paroli bieten – kaum einer aber wollte den Film sehen.

Die Ufa wurde nach 1945 wieder privatisiert und ist seit 1964 Teil des Bertelsmann-Konzerns. Statt Spielfilmen – einige werden noch hergestellt – produziert die Ufa nun vor allem fürs Fernsehen, besonders für RTL. „Bauer sucht Frau“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kommen von der Ufa.

Von MAZonline

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