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Kultur Ulrich Peltzers flirrendes Prosa-Panorama
Nachrichten Kultur Ulrich Peltzers flirrendes Prosa-Panorama
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10:38 11.08.2015
Anaytiker der Gegenwart: Ulrich Peltzer. Quelle: Uwe Anspach
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Berlin

Damals war er jung und verliebt in ein Mädchen. Die Gegenwart dagegen scheint bleiern zu sein, "lange Tage im Chaos der Stadt und zerrissene Nächte".

"Angefangen wird mittendrin", so lautete der Titel von Ulrich Peltzers lesenswerten Frankfurter Poetikvorlesungen von 2011. Mit "Das bessere Leben" legt der 1956 in Krefeld geborene, seit 1975 in Berlin ansässige Autor ("Teil der Lösung") jetzt einen faszinierenden Gegenwartsroman vor, der ohne herkömmliche Chronologie auskommt, keine runde, abgeschlossene Geschichte erzählt, sondern aus lauter mehr oder weniger verknüpften Fragmenten besteht. Ein Text wie ein Mobile, durch das der Wind weht.

Zentrale Figur in diesem flirrenden Prosa-Panorama ist Jochen Brockmann, Anfang 50. Der Sales Manager lebt in Turin, geschieden, eine erwachsene Tochter. Der Mann hat viel Geld verdient, einiges in die Schweiz aufs Nummernkonto gebracht, aber jetzt hakt es. Die italienische Firma, für die er arbeitet, soll verkauft werden. Brockmann gerät ins Schlingern, aber dann verliebt er sich in Angelika Volkhart, ehemalige DDR-Bürgerin, jetzt leitende Angestellte in einer Reederei in Amsterdam. Und die Prioritäten verschieben sich.

Ein irrer Zufall führt beide in einem indonesischen Restaurant zusammen, oder hatte da ein Dritter seine Finger im Spiel? Das wäre dann Sylvester Lee Fleming, britischer Staatsbürger, global tätig, ein Spieler und Dealer. Der Mann mit den Alpträumen und dem Namen wie aus einem Hollywoodfilm. Als Student hat er Drogen vertickt, jetzt verkauft er dubiose Versicherungen, und definitiv umgibt ihn etwas Diabolisches. Peltzer zitiert den alten Stones-Song "Sympathy For The Devil".

Wir Leser tauchen ein in den Bewusstseinsstrom dieser drei Protagonisten, um die herum Freunde, Schulkameraden, Geschwister, Eltern, Ex-Frauen und Kinder kreisen. Sie tragen - wie wir alle - ihre Vergangenheit wie ein uneingelöstes Versprechen mit sich herum. Die Hoffnungen von damals, die großen Utopien, die längst geplatzt sind. Manchmal sind es dann auch zu viele Figuren, ein Kapitel führt zurück nach Moskau 1936, Grabenkämpfe unter Kommunisten, deutschen Exilanten, denen die Auslöschung droht. Die Verbindung in diese hochpolitische Sphäre hinein ist schon sehr konstruiert.

Peltzer hat viel reingepackt in seinen Roman: Studentenunruhen in den USA, Verkaufsverhandlungen unter Managern, Kinofilme und Kaufoptionen, Kiffen auf dem Schulhof und Geschäftsessen mit reichlich Alkohol. Und wofür die ganze Plackerei, fragt sich Brockmann manchmal. Seit dem Studium sammelt er Zeichnungen von Gegenwartskünstlern, Hockney, Beuys oder Lassnig. Die Kunst bildet für ihn so etwas wie einen utopischen Fluchtpunkt, weil sie zweckfrei ist, "eine göttliche Gabe", wie Brockmann es empfindet. Den Widerspruch, das er sich diese Kunst nur leisten kann, weil er vom entfesselten Kapitalismus blendend profitiert, hält Peltzers Roman locker aus.

dpa

Es waren Sicherheitsvorkehrungen wie für eine Bande Schwerverbrecher: Genau zehn Jahre ist es her, dass die weltberühmte Büste der Nofretete nach mehr als 60 Jahren im "Exil" scharf bewacht auf die Berliner Museumsinsel zurückkehrte.

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Nach Ansicht der Schauspielerin Maria Furtwängler (48) werden Geschichten in Filmen fast nie aus der Perspektive von Frauen erzählt. "Wenn auch heute noch etwa 95 Prozent der Film-Geschichten von Männern erzählt und produziert werden, dann kommt dabei eben auch Männersicht heraus", sagte sie der Zeitschrift "Freundin".

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Besser auch mal offline: Die Rockband Madsen empfiehlt ihren Fans, öfter mal aufs Handy und das Internet zu verzichten. Auf ihrem Album "Kompass", das am Freitag (14.8.) erscheint, singt die Band aus dem niedersächsischen Clenze in dem Lied "Unerreichbar" davon, wie schön es ist einen Tag nur mit einem lieben Menschen zu verbringen.

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