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Kultur Umwittert von Geheimnissen
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18:49 22.11.2016
Lieben es, ihr Publikum voll zu beanspruchen: Opeth. Quelle: Promo
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Potsdam

Dass es Opeth selbst dem geneigten Zuhörer nimmer leicht machen, hätte man sich denken können. Schon, weil die Schweden um den Sänger und Gitarristen Mikael Akerfeldt gleich eingangs ihrer neuen Platte „Sorceress“ auf Persephone eingehen. Immerhin steht sie in der griechischen Mythologie als Göttin der Unterwelt, der Toten und der Fruchtbarkeit da. Was zumindest Grübeleien über das Werden und Vergehen oder Gedanken den Lauf der Jahreszeiten aufwirft.

Opeth haben ein einstündiges Konzept vorgelegt, das seinen Zuhörern ein gehöriges Quantum an Konzentrationsfähigkeit abverlangt. Denn verschlungen, bisweilen unerforschlich sind die Wege, die eine Göttin oder Zauberin beschreitet. Dafür fährt der Fünfer das komplette ihm zur Verfügung stehende Arsenal auf: vertrackte Rhythmen, die Dramaturgie aus Vorspiel, Übergängen und Verknüpfungen der Songs, exzessive Duelle zwischen Gitarren und Tasten-Instrumenten, der überfallartige Wechsel zwischen schlicht und komplex oder akustisch und elektrisch-elektronisch.

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Wrekmeister Harmonies umkreisen die Dinge. Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten des losen Musiker-Kollektivs sind JR Robinson und Esther Shaw. Sie kreieren die Stücke, die wie Mantras anmuten und denen dennoch beständig etwas hinzugefügt oder genommen wird. Wie Wellen, die auf den Strand schlagen. Da raunt ein Meer aus Tönen, das heran flutet und abebbt, das sacht anrollt oder Substanzen mit Macht zermalmt. Je nach Willen und Zahl seiner Akteure, aktuell sind Mitglieder von Godspeed You! Black Emperor dabei. Ein Amalgam aus Drone-Sounds, Metal, seriellen Tonreihungen und Ambient. Eine Beschwörung, eine Erschütterung sogar. Wrekmeister Harmonies spielen am 30. November um 20 Uhr im Urban Spree in Berlin-Friedrichshain.

Wrekmeister Harmonies: Light Falls. Thrill Jockey/Rough Trade.

The Answer sind beileibe keine Frischlinge mehr. Sie tourten mit AC/DC, hatten das Stadion für sich. Soweit so gut. Doch die nordirischen Hard Rocker um Gitarrist Paul Mahon fühlten sich festgefahren. Der kreative Stillstand indes ist passé. Die Band ist zum Glück um eine Antwort nicht verlegen. Sie rockt, tritt zwar aufs Gaspedal und ist phasenweise bluesy, doch die Hinwendung zu Folk-Strukturen, zu schwebender Akustik, zu gesteigertem Pathos in der Stimme von Cormac Neeson, selbst der locker Poprock, stehen der Band ebenso gut zu Gesicht. Nichts verlernt und doch verwandelt. Solas bedeutet Licht auf Gälisch. The Answer haben zu neuer Strahlkraft gefunden. Die Truppe gastiert am 1. Dezember um 20 im Musik & Frieden in Berlin-Kreuzberg.

The Answer: Solas. Napalm Records/Universal.

Doch neben den eindeutigen Insignien des Progressive Rock gibt es schlüssige Rückgriffe auf Doom Metal der frühen Siebziger, Hardrock und sogar Folk. Ein illustrer Kreis aus Black Sabbath, Deep Purple und Jethro Tull. Beispielsweise. Endgültig passé sind die Zeiten, da die Band aus Stockholm in Gefilden des Death und Black Metal verankert und nur von den eingefleischten Fans dieses Genres wohlgelitten war. Also, bitte nicht weinen! Falls doch, dann vor Ergriffenheit, die sich einstellt, nachdem die aktuelle Tour de Force überstanden ist, nämlich Opus Nummer zwölf.

Konzert: Donnerstag, 24. November, um 20 Uhr, Astra in Berlin-Friedrichshain.

Von Ralf Thürsam

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