Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Uraufführung in Potsdam: „Asip und Jenny“

Jugendtheater Uraufführung in Potsdam: „Asip und Jenny“

Ein Mädchen steht auf dem Brückengeländer und will sich in den Tod stürzen. Ein fremder Junge hält sie davon ab. Sie stammt aus gutem Hause, er aus einer afghanischen Flüchtlingsfamilie. „Asip und Jenny“ am Potsdamer Hans-Otto-Theater verhandelt hochaktuellen und brisanten Stoff. Aber ist die Uraufführung auch eine geglückte Inszenierung?

Voriger Artikel
Käfig zu klein: Pippis Papagei soll eingeschläfert werden
Nächster Artikel
25. Echo-Verleihung: Stars auf dem roten Teppich

Asip (Jan Jaroszek) und Jenny (Juliane Götz).

Quelle: Foto: Göran Gnaudschun

Potsdam. „Und warum willst Du dann springen in die Wasser?“ Der 1986 in Stuttgart geborene Jan Jaroszek soll in der Reithalle des Potsdamer Hans-Otto-Theaters einen afghanischen Flüchtlingsjungen darstellen, der gerade deutsch lernt. Er artikuliert aber jedes Wort in einwandfreiem Hochdeutsch, nur die Artikel und den Satzbau verfehlt er manchmal. Da sein deutsches Gegenüber, die kreuzunglückliche Jenny, von Juliane Götz absolut lebensnah gespielt wird, bleibt die Inszenierung ein schiefer, zahnloser Papiertiger. Die Handlung: Asip ermutigt die verzagte Tochter aus gutem Haus.

Zum Schlussapplaus der Uraufführung von „Asip und Jenny“ am Mittwochabend bringt die Wiener Autorin Angela Schneider einen dunkeläugigen Teenager mit auf die Bühne. Sie hat ihn und seine konkrete Geschichte in einer österreichischen TV-Dokumentation entdeckt. Was Asip an Schrecknissen mit sich herumschleppt, soll Jaroszek in den Wortwechseln mit dem Trennungskind Jenny zur Sprache bringen. Und da in dem Zweipersonenstück eigentlich nur in realistischer Manier geredet und argumentiert wird, ist es schon ärgerlich, dass Regisseur Robert Neumann bei der Migranten-Bühnenfigur auf den Charme eines sprachlichen Idioms verzichtet.

Beide Schauspieler gehören nicht zum 25-köpfigen Ensemble. Es wäre also möglich gewesen, für die Jugendtheaterproduktion einen Gastschauspieler zu casten, der auch wie ein Flüchtlingsjunge sprechen kann. So bleibt die Begegnung zweier Jugendlicher mit unterschiedlichem Hintergrund gut gemeintes Debatten-Theater. Die Vorstellung ähnelt einem Roman, über den schon im Klappentext alles gesagt ist. Über das sinnliche Defizit können auch die ambitionierten Cello-Einlagen von Sonny Thet nicht hinwegtrösten.


Nächste Vorstellungen: 11. 4., 19 und 26. 5, 18 Uhr. Reithalle. Schiffbauergasse, Potsdam, Karten 0331/98118.

Von Karim Saab

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur
www.esprit.de
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?