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Kultur Wohin zwischen Weihnachten und Neujahr?
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18:20 23.12.2015
Ein Ballett aus der russischen Republik Komi gastiert am 29. Dezember mit Tschaikowskys „Nussknacker“ im Potsdamer Nikolaisaal. Quelle: promo
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Potsdam

Lametta! Tusch! Klingelingeling! Der Weihnachtszirkus geht jetzt ins Finale. Weihnachten und Zirkus weisen in der Tat Gemeinsamkeiten auf: die Vorliebe für das Wunder, das es zu bestaunen gilt und für Sensationen, die dem normalen Leben entspringen.

– Tickets für alle Veranstaltungen gibt es in der MAZ-Ticketeria.

Im Berliner Tempodrom hat eine alte Tradition Einzug gehalten. Bis zum 3. Januar wird hier zwei Mal täglich der Roncalli -Weihnachtszirkus vorgeführt. Wer großartigen Akrobaten noch näher kommen will, kommt an den beiden Weihnachtsfeiertage, 19 Uhr, oder am „dritten Feiertag“, 16 Uhr, in der Potsdamer Fabrik auf seine Kosten. Auf der Bühne in der Schiffbauergasse zeigt die australische Truppe Gravity & Other Myths, wie sehr sie sich von den Kängurus inspirieren ließ. Sieben Männer springen gegen die Schwerkraft an, dass es eine Freude ist.

Drei Fragen an...

... Kerstin Engel (44), Mitarbeiterin in der MAZ-Ticketeria.

1. Frau Engel, die Tagen zwischen Weihnacht und Silvester sind eine beliebte Ausgehzeit. Welche Veranstaltungen waren als erste ausverkauft?

Für das Weihnachtskonzert der Kammerakademie im Potsdamer Nikolaisaal am zweiten Feiertag waren die Karten schnell weg. Auch die Christmas-Cocktail-Party im Brandenburger Pauli-Kloster am 25. Dezember war im Nu ausverkauft, obwohl die Karte 65 Euro kostet. Viele Brandenburger haben auch die Rabattaktion für die Show „The Wyld“ im Berliner Friedrichstadtpalast genutzt. Nicht wenige Kunden haben auch ein „Dinner for fun“ bestellt, das in einem Zelt neben der Biosphäre in Potsdam stattfindet. Hier wird ein 4-Gang Menü gewürzt mit Comedy und Artistik geboten.

2. Karten für große Konzerte, deren Vorverkauf oft viele Monate vorher anläuft, sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Welche sind besonders nachgefragt?

Sehr große Nachfrage gab es zu den beiden Berlin-Konzerten von Adele Anfang Mai. Die Tickets waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Eine gelungene Weihnachtsüberraschung werden zwei Teenager haben. Ihre Mutti hatte sich ganz früh angestellt. Auch die Berlin-Konzerte von Unheilig, Santiano, Sting und den Newcomern Annenmaykantereit stehen hoch im Kurs.

3. Wie verlief in diesem Jahr das Weihnachtsgeschäft?

Es hat spät begonnen. Die frühlingshaften Temperaturen im November ließen die Stimmung nicht recht aufkommen. Wer sich allerdings zum Weihnachtsfest für das Verschenken von Eintrittskarten entschieden hatte, der buchte oft mehrere Veranstaltungen, gern auch in den teuren Preiskategorien.

Ein anderes, etwas rätselhaftes Mittel gegen die Schwerkraft demonstriert der französische Meister-Magier Stefan Leyshon im Potsdamer Nikolaisaal. Er lässt Papiervögel in der Luft stehen, während der Harfenist Xavier de Maistre ganze Orchesterwerke auf dem bezaubernden Zupfinstrument intoniert. Bei der ungewöhnlich ruhigen Show erklingen Werke von Franz Liszt, Gabriel Fauré und Claude Debussy. Zwei Tage später, am 29. Dezember, 15 Uhr, wird es auf derselben Bühne noch einmal die Nacht der Bescherung heraufbeschworen. Ein Ballett aus der russischen Republik Komi tanzt Tschaikowskys „Nussknacker“, dem eine Erzählung des deutschen Romantikers E.T.A. Hoffmann zugrunde liegt.

Kompositionen von Haydn und Bach

Ebenfalls klassische Weihnachtskost, nämlich Bachs Weihnachtsoratorium, hat der Regisseur Sascha von Donat für Kinder szenisch aufbereitet (25.12., 17 Uhr). Am Tag drauf, ebenfalls 17 Uhr, sind die „Glory Gospel Singers“ in der Potsdamer Nikolaikirche zu Gast. Auch für das Weihnachtskonzert der Brandenburger Symphoniker am ersten Feiertag, 15 Uhr, gibt es noch Karten. Günther Albers dirigiert im Brandenburger Theater Kompositionen von Haydn und Bach. Die Operettenbühne Berlin gastiert am gleichen Tag, 17 Uhr, mit einem Weihnachtsprogramm in der Orangerie im Schlosspark Oranienburg.

Theaterfreunden sollten zwei Inszenierungen in die engere Wahl ziehen: Das Potsdamer Hans-Otto-Theater führt am 28. Dezember, 19.30 Uhr, noch einmal „Ein Käfig voller Narren“ auf, eine mitreißende Inszenierung! Und Katharina Thalbach spielt mit ihrer Tochter und Enkeltochter gleich fünf Mal zwischen den Jahren „Roter Hahn im Biberpelz“ in der Komödie am Kurfürstendamm.

Russendisko mit Wladimir Kaminer

Wer dem ganzen Weihnachtszirkus entfliehen möchte, wird ebenfalls von Veranstaltern umworben. Viele Kinos spielen sogar an Heiligabend. Im Potsdamer Waschhaus wird am 24. Dezember ab 23 Uhr die Weihnachtsgans abgetanzt. Am 28. Dezember legt hier Wladimir Kaminer nach einer Lesung seine Russendisko auf.

Die Mittelalter-Rockband Subway To Sally beschließt am 30. Dezember ihre Tour „Eisheilige Nacht“ in der Metropolis-Halle Potsdam. Ebenfalls Mittelalteralter-Musik, aber ohne Verstärker als szenisches Konzert, bietet das Potsdamer T-Werk drei Abende bis einschließlich Silvester an. Die Aufführung „Carmina Burana“ folgt nicht der Vertonung Carl Orffs, sondern einer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert.

Von Karim Saab

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