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17:27 24.02.2013
KARLSRUHE

. Das Badische Landesmuseum in Karlsruhe zeigt knapp 80 dieser exotischen Kreationen aus Plastiktüten, Telefonbüchern oder Zelluloid.

Hanns Kleider sind alle tragbar. Als gelernter Herrenausstatter weiß er um Schnitt und Naht und legt in seiner Werkstatt mit etwa zehn Angestellten großen Wert auf die Verarbeitung. Früher haben sich auch ab und an Models die Kreationen übergezogen, etwa die Zelluloid-Fummel, die anlässlich der Berlinale vor 15 Jahren entstanden sind. Inzwischen ist Hann, der den Modeschöpfer Yves Saint Laurent für seine klare Handschrift bewundert, dieser Gedanke eher unangenehm.

Er sieht seine Kleider samt Puppen jetzt mehr als Skulpturen. „Die Gesten sind mir wichtig“, erzählt er. Die Frau im Kleid aus Tablettenverpackungen etwa blickt über die Schulter ins Nirgendwo. „Das gibt dem Kleid die Anmutung einer Rüstung“, sagt der Künstler.

Für das Werk hat er die leeren Packungen einer schwer kranken Freundin gesammelt, die im Rollstuhl sitzt. „Medikamente als Lebensretter und auch als Suchtmittel“, sinniert er.

Etliche der Kleider sind Auftragsarbeiten für Firmen, die ihre Produkte mal auf andere Weise präsentieren wollen. So hat Hann etwa für Tetra Pak aus deren Verpackungen Minikleider für „Milchmädchen“ entworfen. Für Swarovski verwandelte er das Einpackpapier für die Kristalle in Abendkleider – mit glitzernden Applikationen bestückt.

Solche Aufträge tun seinem künstlerischen Anspruch für Kuratorin Heidrun Jecht keinen Abbruch. Mit der Kombination aus Wegwerfprodukten und exklusiver Mode gibt der Künstler für sie ein eigenwilliges Statement zur modernen Gesellschaft. „Diese materialästhetische Offenbarung zieht in ihren Bann und regt an, ein Bewusstsein für die Vergänglichkeit und Nachhaltigkeit von Materialen zu entwickeln“, schreibt sie im Ausstellungstext.

Wie er auf seine Materialen kommt, kann Hann gar nicht sagen. „Die Materialien finden mich.“ Von Flohmärkten trägt er allerlei Fundstücke nach Hause, einige davon hängt er sich an die Wand. Wie das dann aussieht, können die Besucher auch im Museum bestaunen: Eine Mischung aus Fotos, Stoffskulpturen, Gemälden – und mittendrin eine Eselsmaske. (Von Ingo Senft-Werner)

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