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Verleger Elmar Faber gestorben

Personalie Verleger Elmar Faber gestorben

Elmar Faber leitete von 1983 bis 1992 den Berliner Aufbau Verlag und war ein wichtiges Gesicht der DDR-Kulturpolitik. Nach der Wende machte er sich selbstständig und gründete mit seinem Sohn den Verlag Faber & Faber. Ein Nachruf.

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Der Verleger Elmar Faber im März 2017 auf der Leipziger Buchmesse.

Quelle: dpa

Leipzig. Wer rückblickend gern vom „Leseland DDR“ spricht, kommt an Elmar Faber nicht vorbei. Einer breiten Öffentlichkeit wurde der gebürtige Thüringer bekannt, als ihn das Kulturministerium der DDR 1983 zum Chef des Aufbau Verlages berief. Das literarische Flaggschiff des SED-Staates betreute unter seiner Leitung weiterhin die Neuerscheinungen von wichtigen Autoren wie Christa Wolf und Christoph Hein, Eva und Erwin Strittmatter. Auch die Edition von Klassikerausgaben, etwa Theodor Fontane oder Heinrich Heine, erfuhr eine Fortsetzung auf hohem Niveau. Ende der 80er Jahre wurde im Aufbau Verlag die Reihe „Außer der Reihe“ auf den Weg gebracht, die jungen Autoren eine Veröffentlichung einräumen sollte, die ästhetisch unangepasst schrieben. Die verlegerischen Entscheidungen konnte Elmar Faber nur in enger Abstimmung mit der Partei und Staatsführung treffen. Bei den Pressekonferenzen auf der Leipziger Buchmesse, zu denen auch Westjournalisten zugelassen waren, rechtfertige er Maßnahmen, die zur Ausgrenzung von Romanen wie etwa Monika Marons „Flugasche“ führten.

1990 war Faber mitverantwortlich für die Privatisierung, die viele rechtliche Probleme nach sich zog. Im Herbst 1991 kaufte der Immobilien-Unternehmer Bernd F. Lunkewitz den Verlag und setzte den Verlagsleiter vor die Tür. Elmar Faber brachte den Mut auf, sich gemeinsam mit seinem Sohn Michael selbstständig zu machen. Sie gründeten in Leipzig den Verlag Faber & Faber und legten viel Wert auf grafisch und handwerklich schön gemachte Bücher. Hier erschienen „Die DDR-Bibliothek“ und auch mehrere Titel des Literaturwissenschaftlers Werner Mittenzwei. Im Jahr 2000 debütierte bei Faber & Faber der spätere Erfolgsautor Uwe Tellkamp. 2009 schied sein Sohn aus dem Verlag aus, nachdem er in Leipzig Kulturbürgermeister geworden war. 2011 machte auch Faber senior enttäuscht Schluss. Die Buchhändler, einst literarische Missionare, seien zu Warenkundlern geworden, „die ebenso gut Filetsteaks verkaufen könnten“, beklagte Elmar Faber den „Sittenverfall im Buchhandel“. Am 3. Dezember 2017 starb Faber im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Leipzig.

Von Karim Saab

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