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Veronika Eberle im doppelten Einsatz

Auftritt mit der Kammerakademie Potsdam Veronika Eberle im doppelten Einsatz

Veronika Eberle glänzte bei ihrem Auftritt am Sonntagabend gleich in einer Doppel-Rolle: Zum einen absolvierte die Violinistin ihre solistischen Auftritte mit der Kammerakademie Potsdam mit Bravour. Doch auch als sich die 27-Jährige in der Friedenskirche ans erste Geigerpult setzte, konnte sie überzeugen – als Konzertmeisterin.

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Violinistin Veronika Eberle.

Quelle: MARCO BORGGREVE

Potsdam. Trübes Wetter am Sonntag – als die erleuchteten Fenster der Friedenskirche heimelig durch den regennassen Park leuchteten, stellte sich Vorfreude auf das Konzert ein. Drinnen war anständig geheizt. Doch als Veronika Eberle mit nackten Schultern aufs Podium trat, kuschelte man sich unwillkürlich fester in die Strickjacke.

Unterwegs auf hochkarätigen Konzertpodien

Die 27-jährige Geigerin gastiert auf hochkarätigen Konzertpodien – vom Salzburger Mozarteum bis zur New Yorker Carnegie Hall. In der Friedenskirche trat sie mit der Kammerakademie Potsdam auf, die sie zugleich leitete. Mal als Solistin; mal als Konzertmeisterin.

Energisches Spiel samt Körpereinsatz

Die Solo-Rolle übernahm sie in den Violinkonzerten Nr. 1 von Haydn sowie Nr. 4 von Mozart. Besonderes Merkmal ist das intensive, energische Spiel bei vehementem Körpereinsatz. Die Geigerin entlockte ihrer Stradivari einen silbrig brillanten, eng fokussierten Klang mit wenig Vibrato. Schnellen Sätzen gab dies Schwung und Frische, wirkte an langsamen Stellen manchmal zu scharf.

Innige Kommunikation zwischen Ensemble und Solistin

Die Kammerakademie bestritt den Abend in der Kombination von modernen Streichern und warm klingenden historischen Blasinstrumenten, die das Ensemble zu seinem Markenzeichen für Musik des 18. Jahrhunderts kultiviert hat. Bei Haydn musste das Orchester nur Begleitakkorde beisteuern, was dank der innigen Kommunikation zwischen Eberle und Konzertmeister Peter Rainer bestens gelang. In Mozarts Konzert, das ein raffiniertes Wechselspiel zwischen Solist und Ensemble verlangt, platzten die Bläser aber allzu massiv heraus.

Stücke mit mehr Biss hätten sich gut gemacht

In dem gefälligen Programm hätte sich als Kontrast ein Stück mit mehr Biss gut gemacht. Zugegeben, das Mozart-Konzert ist geistreich und witzig; zum Beispiel wird hier auf der leeren Geigensaite eine Art Dudelsack-Sound fabriziert. Aber dem Haydn-Konzert hört man das Gelegenheitsstück an, das der Komponist für den Konzertmeister von Eisenstadt schrieb.

Für zwei Sinfonien setzte sich Veronika Eberle mit ans erste Geigenpult. Ein Stück des Mozart-Zeitgenossen Antonio Rosetti raunte düster in nachtschwarzem g-Moll. Zudem erklang eine der Streichersinfonien Mendelssohns, die der hochbegabte Knabe zu Übungszwecken im Kompositionsunterricht schrieb. Beides wurde von der Kammerakademie mit bodenständiger Kraft, Temperament und energischen Rhythmen gespielt.

Von Antje Rößler

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