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00:17 06.11.2013
Quelle: dpa
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Berlin

Eine Dame schwebt über der Erde, wie von Geisterhand gehoben, ihr Pudel sitzt staunend daneben. Ein Haus öffnet sich zum Weltall hin: Von draußen kommen schwerelose Modells in spacigen Roben hereingeflattert. Er habe in den vielen Jahren als professioneller Fotograf nie etwas retuschiert oder elektronisch verändert, versicherte der 1920 in Berlin geborene und 2004 in Los Angeles gestorbene Helmut Newton.

Die aus dem Pariser Grand Palais übernommene Retrospektive „Paris–Berlin“ – in Frankreich sahen sie rund 400.000 Menschen – enthält viele Beispiele, bei denen der Betrachter kaum glauben mag, dass alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der berühmte Fotograf bediente sich aufwändiger Studiokulissen. Das fingierte Weltall der Modeaufnahmen von 1968 könnte Theater- oder Opernbühnen entstammen.

Das Grand Palais hat 2012 mit Newton erstmals in seiner Geschichte einem Fotografen eine Ausstellung gewidmet. In Berlin zeigte die Nationalgalerie bereits von 13 Jahren eine Newton-Schau. Auch hier war es die erste Fotoschau des Hauses.

Die musealen Ehren hat sich der Fotokünstler damit verdient, dass er in den 70er- und 80er-Jahren das Frauenbild in der Werbe- und Modefotografie revolutionierte. Newton führte den Typus der modernen Amazone in die Fotosprache ein: robust, selbstbewusst und ungebunden. Die jetzige Retrospektive mit rund 200 Fotografien Newtons ist eine Best-of-Schau.

Auf verschwommenenAufnahmen aus den 60er-Jahren sieht man ein scheues Nacktmodell in der U-Bahn. Die Schnappschussästhetik ist nicht fingiert. Der Fotograf musste sich solche Bilder damals erschleichen, denn offiziell war für derartige Aufnahmen keine Genehmigung zu bekommen. Die etablierten Modejournale, für die Newton arbeitete, waren desinteressiert oder tabusierten Aktbilder sogar. Mitte der 70er- Jahre aber lichtete der Fotograf die Schwedin Gunilla Bergström in offiziellem Auftrag ab, wie sie nackt auf einem weißen Lager hoch über Paris liegt. Auf einmal war es möglich geworden, mit Nacktheit ein Paar edler Schuhe zu bewerben. Ein kultureller Erfolg? Man kann darüber streiten.

Auf jeden Fall verstand es Newton, immer noch ein Scheit nachzulegen. Mitte der 90er-Jahre setzte er eine Schmuckkollektion in Szene, indem er den Schmuck auf blanken Knochen präsentierte – dank Röntgenapparat.

„Ich glaube, dass die perfekte Modefotografie eine Fotografie ist, die nicht wie eine Modefotografie aussieht“, lautet ein Ausspruch Newtons, der in der Berliner Ausstellung an eine Wand geschrieben steht. Er wollte lieber, dass seine Bilder „wie Kinofilme oder Paparazzi-Fotos“ aussehen. Und er feierte auch den „schlechten Geschmack“, den er aufregender fand als den „guten Geschmack“, etwa mit einer Polizistin, die zum Schlagstock Unten-ohne trägt.

Seit seinem Tod promotet die Witwe June das Werk ihres Mannes. Sie liebt es, freimütig zu plaudern. Man sei nach 25 Jahren Paris nach Monte Carlo übersiedelt – „aus Steuergründen“. Und Leni Riefenstahl habe ihr Mann nicht nur porträtiert, sondern auch „bewundert“ – „nur als Fotografin natürlich“. Versteht sich. (Von Johanna Di Blasi)

„Helmut Newton: Paris–Berlin“. Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Berlin-Charlottenburg, Di-So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 20 Uhr. Bis 18. Mai 2014.

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