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Vom Suchen und Finden der Liebe

Kino Vom Suchen und Finden der Liebe

Ferdi ist ein einsamer, unglücklicher Mann. Bis er Jona trifft, die so tut als sei sie blind. Kann das gut gehen? Am Dienstag stellt Regisseur Tom Lass mit Schauspielern seinen Film „Blind und hässlich“ im Potsdamer Thalia-Kino vor.

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Regisseur Tom Lass spielt auch die Hauptrolle in seinem Film „Blind und hässlich“.

Quelle: Verleih

Potsdam. Am Anfang war der blinde Mann auf der Straße. Filmemacher Tom Lass hat ihn aus einiger Entfernung beobachtet, was der Blinde sofort gespürt hat. Die beiden kamen ins Gespräch und Tom Lass ins Grübeln: Wie wäre ein Film über Sehbehinderte? „Hätte es Vorteile blind zu sein? Warum sollte jemand mit einem Blinden zusammen sein wollen? Solche Fragen gingen mir im Kopf herum“, sagte der 34-jährige Autodidakt. So entwickelte sich im Kopf langsam die Idee für seine Tragikomödie „Blind und hässlich, die er sehr lustig und erfrischend unkonventionell erzählt.

Ferdi ist ein junger unglücklicher Mann mit einigen Macken. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er neben und nicht in die Babyklappe gelegt wurde, seine Adoptiveltern später mit dem Auto tödlich verunglückten und ihn vorher an einer Raststätte aussetzten. Jetzt streunt Ferdi durch den Wald, isst Regenwürmer und macht einen unbeholfenen und verwahrlosten Eindruck. Er kann mit Nähe nichts anfangen, fühlt sich hässlich und fragt doch ein Mädchen, ob es seine Freundin werden möchte. Als er beim Klauen auf einem Bauernhof erwischt wird, kommt er in eine betreute Wohngemeinschaft.

Jona (Naomi Achternbusch) hat gerade das Abi geschmissen, nimmt sich das Auto ihrer Mutter und rauscht nach Berlin. Dort sucht sie ein WG-Zimmer, die Bewerbungsgespräche sind wunderbar skurril („Wir möchten keine Zweck-WG“) und man hat volles Verständnis dafür, dass Jona zunächst bei ihrer blinden Cousine Cecile (Clara Schramm) unterschlüpft, in einem Blindenwohnheim. Dem neugierigen Hausverwalter und auch allen anderen spielt sie vor, blind zu sein. Aber kann das auf Dauer gutgehen?

Ferdi begegnet sie, als er sich gerade von einer Brücke stürzen will. Jona kann ihn gerade noch davon abhalten und so schauen wir in der nächsten Stunde einem verschrobenen Liebespaar zu, wie man es selten im deutschen Kino gesehen hat.

Ferdi, gespielt vom Regisseur selbst, freut sich, dass sich endlich eine Frau für ihn interessiert. Das liegt natürlich seiner Meinung nach nur daran, dass Jona blind ist und nicht sehen kann, wie er aussieht. Ausführlich spricht er mit seiner Therapeutin (Eva Löbau) die neue Gefühlslage und diese Sitzungen sind so komisch, absurd und improvisiert, dass man sich mehr davon gewünscht hätte. Überhaupt streut Tom Lass herrlich schräge Szenen ein, die er großartig besetzt. Axel Ranisch als Polizist oder Robert Gwisdek als Augenarzt haben tolle Auftritte, Bruder Jakob Lass und Lana Cooper sind als „Hundereparateure“ zu sehen.

Sehr beeindruckend ist auch das Spiel von Clara Schramm. Die 1999 in Potsdam Geborene ist von Geburt an blind und wurde in einem deutschlandweiten Casting-Aufruf entdeckt. Sie bewegt sich ganz natürlich vor der Kamera, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Und am Ende? Das soll hier nicht verraten werden- nur soviel: Liebe macht sehend.

info Am 26. September, 18 Uhr, stellen Tom Lass und seine beiden Darstellerinnen Clara Schramm und Naomi Achternbusch den Film „Blind und hässlich“ vor, Karten: 0331/74 370 20

Von Claudia Palma

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