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Kultur Wanda machen Austro-Pop zum Event
Nachrichten Kultur Wanda machen Austro-Pop zum Event
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00:26 21.03.2018
Wanda am Samstag in der Max-Schmeling-Halle. Quelle: POP-EYE
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Berlin

Na klar, jetzt müssen ein paar Effekte her – schlichtweg, weil Wanda es sich leisten können. Die fünf Österreicher spielen in der Max-Schmeling-Halle ihr bislang größtes Einzelkonzert in Berlin, eines ihrer größten überhaupt. Die rund 10.000 Tickets sind seit Monaten vergriffen, fast alle anderen Konzerte der Tour zu ihrem mit Hits gespickten Album „Niente“ sind es auch. Sie könnten jetzt Konfetti-Kanonen in die Luft ballern, ein Hallenfeuerwerk zünden oder mit Lasern irgendwelche Gebilde aufs Publikum projizieren. Das passt aber weder zum Schrammel-Sound von Wanda, noch zum selbstironischen Schmäh der Band, die sich nach einer legendären Wiener Zuhälterin benannt hat. Stattdessen taucht bei „Ein letztes Wiener Lied“ ein melodramatisch aufspielendes Kammer-Quartett mit Schnabelmasken auf. Ein schöner Quatsch und zugleich Verweis auf die Heimatstadt, die sich doch so gern mit Mozart und Co. schmückt.

Mit „Bologna“ ins Radio und in größere Konzertsäle

Marco Wanda und seine Freunde rauchen auf der Bühne päckchenweise und erlauben sich immer noch gerne den einen oder anderen Blödsinn. Man kann also groß werden, ohne erwachsen zu sein. Eine tröstende Erkenntnis. Die Entstauber des Austro-Pop schlichen sich 2014 mit dem Hit „Bologna“ in die Rotation der Radiosender, spielten Konzerte in der Dauerschleife, zunächst noch in kleineren Clubs wie dem Potsdamer Waschhaus. Das zweite Album „Bussi“ war eine Art Zugabe zum Debüt „Amore“, viele Lieder ähnelten den ersten, die Wiener hielten den Status Quo. Ihre Fans erwiderten die „Amore“-Schwüre, indem sie der Band treu blieben. Nach dem neuen Erfolgsalbum „Niente“ aber wird es auch in größtmöglichen Arenen so eng wie unterm Hosengürtel nach einem Konditorei-Besuch in der Sachertorten-Stadt.

Neue Songs strotzen vor Sentimentalität und Schmerz

Und überhaupt: Wien. Die Berliner lieben es, wie Marco Wanda in leichtem Wienerisch seine melancholischen, verruchten, versoffenen Geschichten in Songs erzählt. Er hat genug Asse im Ärmel, um mit „Bologna“ zu starten. Etwas einfältig ist, dass er das Konzert auch damit beenden wird. Marco, der wandernde Glimmstängel, sieht im Rahmen seiner Möglichkeiten geradezu durchtrainiert und fit aus. Besonders gut funktionieren die neuen Songs, die vor Sentimentalität und Schmerz strotzen, etwa „Lascia mi fare“, die songgewordene Durchhalte-Parole „Weiter, Weiter“ und „Columbo“ in einer besonders groovigen Version. In der gewohnten Wanda-Mixtur aus Hoffnung und Elend heißt es darin: „Am Ende fällt Columbo etwas ein / Lass es unsere Rettung sein / Es wird eine schöne Lösung sein / Doch wir beide passen nicht hinein.“

Nicht reinpassen – das gilt leider auch für die Größe der Halle. Trotz des Schnabelmasken-Effekts wirken Wanda in ihrer ganzen verrucht-versoffenen Art im Club doch besser als in der Mehrzweckhalle. Es pogen nur ein paar, der Rest verhält sich etwas hüftsteifer als sonst bei Wanda-Konzerten üblich. Trotzdem wird eifrig mitgesungen und ganz am Ende stimmen alle nochmal ein und huldigen einer gewissen Tante aus Italien: „Tante Ceccarelli hat in Bologna Amore gemacht!“ Der Amore-Triumphzug schreitet voran.

Von Maurice Wojach

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