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Kultur Was ist top und was ist flop?
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22:45 21.02.2018
Nicht jeder mag alle Filme. Auf der Berlinale werden Filme für alle Geschmäcker gezeigt. Quelle: dpa
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Berlin


„Isle of Dogs“ von Wes Anderson (USA): Animationsfilm über einen Jungen, der mit Hilfe einer Gruppe geächteter Hunde seine japanische Heimatstadt vor einem Tyrannen rettet. PRO: Die satirische Parabel ist äußerst aufwendig, liebevoll und doppelbödig inszeniert - mit wunderbaren, prominent besetzten Stimmen wie Bill Murray, Greta Gerwig und Tilda Swinton. CONTRA: Die Anspielungen auf die politische Gegenwart, der Kampf Gut gegen Böse kommt manchmal arg plakativ daher.

„Die Erbinnen“ von Marcelo Martinessi (Paraguay): Tragikomisches Drama über eine alternde Frau, deren Freundin im Gefängnis landet und die dann einen Taxi-Service für reiche Damen anbietet. PRO: Die feinsinnige Studie über die Lebenskrise eines lesbischen Paares zeichnet ein fesselndes Porträt der paraguayischen Gesellschaft - mit einer preisverdächtigen Hauptdarstellerin (Ana Brun). CONTRA: Manche Details aus dem Alltag Paraguays könnten einem Publikum außerhalb Südamerikas nicht so gut verständlich sein.

„Damsel“ von David & Nathan Zellner (USA): Western-Parodie mit Robert Pattinson als Tölpel auf der Suche nach der Liebe und Mia Wasikowska als emanziertem Flintenweib. PRO: Der Film entlarvt überholte Geschlechterklischees mit bissigem Spott und viel Situationskomik. CONTRA: Die oft betont langsame Erzählweise strapaziert die Geduld des Publikums.

„Dovlatov“ von Alexey German jr. (Russland): Porträt über den Schriftsteller Sergei Dovlatov (1941-1990), dessen brillant ironische Texte in der Sowjetunion der Breschnew-Ära nicht gedruckt werden durften. PRO: Der Regisseur zeichnet anhand weniger Tage in Dovlatovs Leben das ganze Zeitbild einer Gesellschaft, die das freie Denken unterdrückt - ein Film von erschreckender Aktualität. CONTRA: Wenig. Allerdings ist angesichts der epischen Erzählweise und der Vielzahl der Figuren viel Aufmerksamkeit gefordert.

„Transit“ von Christian Petzold (Deutschland): Ausgehend von dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers erzählt der vielfach preisgekrönte Regisseur („Barbara“) von Flucht, Trennung und Entwurzelung. PRO: Hauptdarsteller Franz Rogowski gibt dem Film eine schier ungeheure Intensität, die Ansiedlung im heutigen Marseille verbindet kunstvoll beide Zeitebenen. CONTRA: Die Inszenierung wirkt manchmal etwas gewollt, die darübergelegte Erzählstimme ist Geschmackssache.

„Eva“ von Benoit Jacquot (Frankreich): Isabelle Huppert spielt eine Edelprostituierte, die einen betrügerischen Schriftsteller in die Hörigkeit und schließlich in die Katastrophe treibt. PRO: Huppert zeigt als elektrisierende Femme fatal die ganze Palette ihres Könnens. Von anschmiegsam bis zynisch buchstabiert sie das Alphabet der Emotionen virtuos durch. CONTRA: Die Adaption des Romans von James Hadley Chase wirkt gelegentlich weniger wie eine Erzählung denn eine psychologische Versuchsanordnung.

„Das Gebet“ von Cédric Kahn (Frankreich): Ein jugendlicher Drogenabhängiger versucht, in den Bergen mit Hilfe des Glaubens von der Sucht loszukommen. PRO: Ruhiger, klassischer Erzählstil, eindringlich und emotionsgeladen, ohne ins Sentimentale abzurutschen. CONTRA: Ganz zum Schluss wird es ein wenig zu vordergründig.

„Meine Tochter“ von Laura Bispuri (Italien): Drama um ein kleines Mädchen auf Sardinien zwischen zwei Frauen, die ein Geheimnis verbindet. PRO: Valeria Golina und Alba Rohrwacher zeigen die ganze Palette ihrer Schauspielkunst und zeichnen packende Porträts komplizierter Charaktere. CONTRA: Die Erzählung um zwei Frauen, die um die Liebe desselben Kindes ringen, rutscht zu oft ins Didaktische ab.

„The Real Estate“ von Måns Månsson und Axel Petersén (Schweden): Eine Frau kehrt aus dem Süden in ihre Heimat zurück, weil sie ein Mietshaus in Stockholm geerbt hat - die Immobilie hat ihre Tücken. PRO: Handfeste Satire über den Immobilienwahn und die Anbetung des Mammons in der bürgerlichen Welt. CONTRA: Je länger der Film dauert, umso absurder wird er inhaltlich und formal, so sehr, dass viele Zuschauer dem kaum mehr folgen können.

Von MAZonline

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