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21:02 21.03.2018
SPSG-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh. Quelle: imago/Martin Müller
Potsdam

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) hat sich schon festgelegt. Die Stelle des Generaldirektors der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wird international ausgeschrieben. Dabei erfolgte Dorgerlohs Berufung ans Berliner Humboldt Forum ohne ein solches Verfahren, das oft viele Monate in Anspruch nimmt. Wenn der 55-Jährige seine neue Stelle im Sommer antritt, bleibt die Potsdamer Stiftung einige Monate führungslos.

Stiftungsrat entscheidet

Münch kann die Personalentscheidung nicht alleine fällen. Im Stiftungsrat, der in der zweiten Aprilhälfte wieder zusammentritt, muss sich Brandenburg mit den beiden anderen Geldgebern, dem Bund und dem Land Berlin, abstimmen und einigen. Welche Statur sollte ein Dorgerloh-Nachfolger mitbringen?

Er (oder sie) sollte über das verfügen, was Dorgerloh gut konnte. Um es mit den Worten des Geschäftsführers des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, zu sagen, der Dorgerloh einen „Kommunikator ohne her­untergelassenes Visier“ nannte. „Mit ihm kann man debattieren, diskutieren, aber auch mal streiten“, so Zimmermann. Der Nachfolger muss auch dafür sorgen, dass die Stiftung ein guter Bauherr bleibt. Bis 2030 können aus einem Sonderinvestitionsprogramm weitere 400 Millionen Euro für die Instandsetzung der historischen Anlagen abgerufen werden.

Neue Visionen gefragt

Der Nachfolger darf einiges aber auch besser können. Er sollte eine Vision mitbringen, die nicht nur auf den prallen Geldsegen aus Steuermitteln von Vater Staat setzt. Wer in England die Schlösser und Parks des National Trust besichtigt, weiß, wie sehr auch bürgerschaftliches Engagement, Fundraising-Kampagnen und geschicktes Merchandising eine Stiftung beleben können. Dorgerloh ließ so manches kleine Gebäude lieber verfallen, statt Zwischennutzungen zu ermöglichen. Mit Kleinkram wie einer möglichen Vermietung oder mit Ferienwohnungen in Parks wollte er sich nicht abgeben.

Stephan Breiding, Sprecher im Kulturministerium, nennt noch eine spezielle Eigenschaft: „Wir brauchen jemanden, der auch den vielen Einwanderern die preußische Geschichte erzählen kann und ihnen das Weltkulturerbe vermittelt.“

Von Karim Saab

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